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Alpine Schutzhütten leiden unter Wassermangel

Archivmeldung vom 07.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Beispielfoto einer Schutzhütte: Gepatschhaus, Tirol, älteste Alpenvereinshütte in Österreich (heute DAV Frankfurt/M.)
Beispielfoto einer Schutzhütte: Gepatschhaus, Tirol, älteste Alpenvereinshütte in Österreich (heute DAV Frankfurt/M.)

Von Christoph Praxmarer - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=942374

Infolge des Klimawandels wird es in der alpinen Region immer trockener, was sich direkt auf die verfügbaren Wasserressourcen für Schutzhütten auswirkt. Die zeitliche Verschiebung von Niederschlägen als Regen bzw. Schneefall sowie die verminderte Speicherwirkung von Schneefeldern und Gletschern verschärfen die Problemstellung. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf durch die zunehmende touristische Nutzung der alpinen Schutzhütten.

Ein interdisziplinäres Projektteam, bestehend aus der Universität der Bundeswehr München, Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik (Gesamtkoordination), der Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Siedlungswasserbau, den Alpenvereinen Deutschlands, Österreichs und Südtirols (DAV, ÖAV, AVS), den österreichischen Bundesländern Oberösterreich, Salzburg und Tirol sowie den Gesundheitsämtern der Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Oberallgäu, sucht nach Lösungen, um die Trinkwasserversorgung für alpine Schutzhütten nachhaltig zu sichern.

Bereits heute sind einige alpine Schutzhütten mit zeitweisem Wassermangel konfrontiert und müssen für die Versorgung mit Trinkwasser einen immer höheren Aufwand betreiben. Dabei ist von Bedeutung, dass Störungen der Trinkwasserversorgung auch erhebliche Auswirkungen auf die hygienische Sicherheit des Hüttenbetriebes haben können. Um den Betrieb von Schutzhütten in den Alpen langfristig sicherstellen zu können, müssen daher Anpassungsmaßnahmen entwickelt werden. Diese Maßnahmen müssen sowohl technische als auch organisatorische Aspekte einschließen.

Das im Juli 2018 gestartete Forschungsprojekt „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Wasserressourcen auf alpinen Schutzhütten (HaWalpS)“ untersucht mit Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Kofinanzierung die genannten Alpenvereine sowie Bundesländern, Maßnahmen zur qualitativen und quantitativen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung auf alpinen Schutzhütten. Basierend auf einer Bestandsanalyse sollen die relevanten Infrastrukturbereiche identifiziert werden.

Dies erfordert die Einbeziehung aller Prozesse und Anlagen der Wasserversorgung, von der Wassergewinnung bis hin zur Aufbereitung, Speicherung und Nutzung. Ziel ist die Entwicklung von praxisnahen Handlungsempfehlungen für Planung, Bau und Betrieb von Wasserversorgungsanlagen sowie für Wassersicherheitsplanung und Notfallmanagement beim Ausfall der Wasserversorgung auf alpinen Schutzhütten. Die im Rahmen des Verbundprojekts entwickelten Empfehlungen sollen Planer, Betreiber sowie die Alpenvereine dabei unterstützen, die Versorgung von Trinkwasser auf alpinen Schutzhütten auch unter dem Einfluss des Klimawandels zukünftig sicherzustellen.

Quelle: Universität der Bundeswehr München (idw)

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