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Zehnjahreshoch: Fast ein Drittel der 15- bis 24-Jährigen lebte 2021 nicht mehr im Haushalt der Eltern

Archivmeldung vom 01.08.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.08.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

Für viele junge Menschen gehört zum Erwachsenwerden früher oder später auch der Auszug aus dem Elternhaus. Trotz steigender Mietpreise und der Corona-Pandemie, die diesen Schritt in den vergangenen Jahren erschwerten, standen 2021 so viele junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sprichwörtlich auf eigenen Beinen wie in den vergangenen zehn Jahren nicht.

2,6 Millionen der gut 8,3 Millionen jungen Menschen und damit 31,2 % dieser Altersgruppe lebten im vergangenen Jahr nicht mehr im Haushalt der Eltern. Zahl und Anteil sind in den vergangenen Jahren gestiegen: 2011 waren es noch 2,4 Millionen Menschen oder 27,5 % in dieser Altersgruppe, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) im Rahmen einer Themenreihe zum Europäischen Jahr der Jugend mitteilt.

Junge Frauen verlassen den Elternhaushalt früher als junge Männer

Nach wie vor lassen sich Söhne mit dem Auszug etwas mehr Zeit als Töchter: 27,6 % der jungen Männer zwischen 15 und 24 Jahren lebten 2021 nicht mehr im elterlichen Haushalt, unter den jungen Frauen waren 35,1 % bereits ausgezogen. Zehn Jahre zuvor war dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern noch größer: 2011 wohnten 22,3 % der jungen Männer und 33,0 % der Frauen zwischen 15 und 24 Jahren nicht mehr im Haushalt der Eltern.

In Deutschland zogen junge Menschen 2021 rund drei Jahre früher aus als im EU-Schnitt

Dass junge Frauen das Elternhaus durchschnittlich früher verlassen als junge Männer, traf 2021 laut EU-Statistikbehörde Eurostat auf alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu. EU-weit lag das durchschnittliche Alter beim Auszug aus dem Elternhaus bei 26,5 Jahren, wobei Männer mit 27,4 Jahren im Schnitt rund zwei Jahre später auszogen als Frauen mit 25,5 Jahren. In Deutschland verließen junge Menschen das Elternhaus 2021 durchschnittlich mit 23,6 Jahren und damit fast drei Jahre früher als im EU-Durchschnitt. In Schweden (19,0 Jahre), Finnland (21,2 Jahre) und Dänemark (21,3 Jahre) war das Auszugsalter im vergangenen Jahr durchschnittlich am niedrigsten, in Portugal (33,6 Jahre), Kroatien (33,3 Jahre) und der Slowakei (30,9 Jahre) war es am höchsten.

Zahl junger Eltern binnen zehn Jahren deutlich gesunken

Während zuletzt also mehr junge Menschen in Deutschland nicht mehr bei ihren Eltern lebten, kommt es für die meisten im Alter von 15 bis 24 Jahren noch nicht infrage, selbst Eltern zu werden und eine eigene Familie zu gründen. Nur 2,4 % der 15- bis 24-Jährigen waren im Jahr 2021 Eltern. Das entspricht 197 000 Elternteilen in dieser Altersgruppe. 2011 waren es noch 327 000 junge Eltern, ihr Anteil an allen 15- bis 24-Jährigen betrug 3,7 %.

Junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren geben sich immer seltener das Jawort

Noch seltener als Eltern in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen sind Verheiratete oder solche in einer Lebenspartnerschaft. Ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren nahezu kontinuierlich gesunken. Zum Ende des Jahres 2021 erreichte sie einen neuen Tiefststand von rund 136 000 jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Ende 2011 waren unter den 15- bis 24-Jährigen noch mehr als 246 500 Menschen verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft. Im Jahr 1991 gab es sogar rund 990 000 Verheiratete in dieser Altersgruppe. Damals war etwa jede/r zehnte (9,6 %) im Alter von 15 bis 24 Jahren verheiratet, 2021 lebte nicht einmal mehr jede/r fünfzigste in einer Ehe oder Lebenspartnerschaft (1,6 %). Eingetragene Lebenspartnerschaften unter gleichgeschlechtlichen Paaren wurden nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz ab 1. August 2001 rechtlich anerkannt und am 1. Oktober 2017 von der "Ehe für alle" abgelöst.

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