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Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen: "Wir wollen eine Brücke in die nächste Generation schlagen"

Freigeschaltet am 15.01.2020 um 11:57 durch Andre Ott
Bild: Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Bild: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Am 30. Jahrestag der Erstürmung der Stasi-Zentrale setzt Roland Jahn, Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen, auf die Zukunft. Noch immer gebe es 15.000 Säcke mit zerrissenen Papieren, die aufgearbeitet werden müssten. Das solle nun digital und virtuell geschehen. "Wir werden nicht zulassen, dass die Stasi bestimmt, was wir lesen dürfen und was nicht.

Vor allem die Opfer der SED-Diktatur haben Anspruch auf Wiedergutmachung. Da können auch die zerrissenen Akten helfen. Deshalb werden wir das nach unseren Möglichkeiten fortsetzen", sagte er im phoenix-tagesgespräch. Die Zusammensetzung der Papiere werde fortgesetzt, sowohl händisch als auch mit technischen Methoden. Derzeit arbeite man an einem Projekt, mit dem auch kleine Schnipsel virtuell rekonstruiert werden können.

"Wir stellen die Weichen für die Zukunft. Wir wollen den Opfern der SED-Diktatur gerecht werden, aber auch eine Brücke in die nächste Generation schlagen, damit sie die Stasi-Unterlagen weiter nutzen kann." So werde ein Archivzentrum für verschiedene Unterlagen aus der SED-Diktatur errichtet. "An diesem historischen Ort soll ein Campus für Demokratie entwickelt werden, wo auch Opposition und Widerstand gewürdigt werden. Denn der 15. Januar war damals ein Stück der friedlichen Revolution. Das gilt es auch den nächsten Generationen zu zeigen."

Erboste Demonstranten waren am 15. Januar 1990 in das damalige Hauptquartier des DDR-Geheimdienstes eingedrungen, um die drohende Aktenvernichtung zu verhindern. Die Vorgänge waren ein wichtiges Signal für die Bildung der Stasi-Unterlagen-Behörde, die bis heute Auskünfte über das frühere Ministerium für Staatssicherheit erteilt. Roland Jahn bleibt bis 2021 Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen, danach gehen die Akten ins Bundesarchiv über.

Quelle: PHOENIX (ots)


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