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Börsen-Zeitung: Spielball IFRS

Archivmeldung vom 17.11.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.11.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Und sie bewegt sich doch! Die US-Börsenaufsicht SEC hat den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS für die Notierung ausländischer Firmen in New York endgültig anerkannt. Am Tag der Entscheidung war dies keine große Überraschung mehr, doch vor nicht allzu langer Zeit schien diese Möglichkeit noch in weiter Ferne, wenn nicht gar im Reich der Fantasie.

Ausländische Konzerne können nun schon für Geschäftsjahre, die nach dem 15. November 2007 enden, die kostenträchtige Überleitungsrechnung auf die US-Bilanznormen US-GAAP streichen. Mehr als hundert Länder haben sich unterdessen für eine verpflichtende oder freiwillige Anwendung der IFRS entschieden. Auch wenn deutsche und europäische Firmen Wall Street wegen der strangulierenden Regulierungserfordernisse zuletzt mehr und mehr den Rücken gekehrt haben, es sind immer noch hunderte Unternehmen, die nun in den Genuss dieser Erleichterung kommen.

Wenig erstaunlich ist, dass sich die SEC nicht erweichen ließ, nationale Besonderheiten in der IFRS-Anwendung zuzulassen. Dass der strenge Regulierer aus Washington hier einlenken würde, konnte nicht erwartet werden, auch wenn die EU-Interessenvertreter heftigen Druck ausgeübt haben. Dem Ziel, weltweit einheitliche Bilanznormen zu schaffen, würden regional gefärbte IFRS zuwiderlaufen. Das wäre nicht im Sinn der Investoren. Dass die SEC nur die reine Lehre akzeptieren will, dürfte auch im Zusammenhang mit den ernsthaften Überlegungen der USA stehen, sogar den heimischen Konzernen eine Bilanzierung nach IFRS zu erlauben. Für US-Unternehmen mit einem verzweigten Netz an internationalen Töchtern könnte dies eine attraktive Alternative werden.

Allen Beteiligten muss klar sein, dass der Kampf um Einfluss beim IFRS-Standardsetzer IASB mit dem Votum der SEC zunehmen wird. EU-Vertreter aus Politik und Verbänden monieren seit geraumer Zeit, dass die Europäer als größte Gruppe an IFRS-Bilanzierern zu wenig an der Gestaltung der internationalen Normen beteiligt sind. Reformschritte für mehr Transparenz und Kontrolle des IASB sind eingeleitet, und der Standardisierer zeigt sich offen dafür. Das Spiel der Kräfte beim IASB anzusetzen, ist sicher sinnvoller, als hinterher zu korrigieren. Nationale IFRS-Sonderwege sollten dann der Vergangenheit angehören.

Quelle: Pressemitteilung Börsen-Zeitung

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