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BERLINER MORGENPOST: Kein Grund zum Ausruhen

Archivmeldung vom 03.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Berlin ist im vergangenen Jahr etwas sicherer geworden. Der Trend stimmt also und gibt Anlass zur Hoffnung. Trotzdem ist das kein Grund, um sich auszuruhen. Denn in vielen Bereichen hat Berlin noch die rote Laterne. Es gibt zum Beispiel keine andere deutsche Stadt in der pro 100.000 Einwohner mehr Verbrechen passieren.

Noch drastischer ist das Bild bei den Aufklärungsquoten. Während in Bayern mehr als 60 Prozent der Straftaten aufgeklärt werden, sind es in Berlin nur knapp 45 Prozent. Das wiederum hat Auswirkungen auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger. Wenn die das Gefühl haben, dass Einbrecher und Taschendiebe sowieso nicht gefasst werden, entsteht leicht ein Gefühl, dass der Staat machtlos sei.

Bei vermeintlichen Bagatelldelikten landen Tatverdächtige schnell wieder auf der Straße und nach der nächsten Tat wieder bei der Polizei. Nun hat im vergangen Jahr aber auf bestreben der Polizei ein engerer Austausch mit der Justiz stattgefunden. Amtsanwälte besuchten Ermittler und ließen sich über die Maschen der Taschendiebe aufklären. Eine Konsequenz: Die Haftquoten bei Taschendieben gingen deutlich nach oben.

Berlin kann sicherer werden, wenn die Polizei sich fokussieren kann, und die Zusammenarbeit mit anderen Behörden funktioniert. Das muss aber politisch gewollt sein und von einer Behördenleitung fokussiert werden. Und hier scheint Berlin auf einem guten Weg zu sein.

Quelle: BERLINER MORGENPOST (ots) von Alexander Dinger

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