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Mittelbayerische Zeitung: Wen beten wir an?

Archivmeldung vom 27.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Seit fast 2000 Jahren werden in der Kirche Menschen verehrt. Märtyrer, Inklusen oder Bettelmönche sind so auch im 21. Jahrhundert noch präsent. Georgiritte und Leonhardi-Wallfahrten oder das Engelmari-Suchen sind für viele Zeichen dieser Verehrung - für andere dagegen nur noch ein schöner Brauch, den man aufrecht erhält. Die junge Gesellschaft hat sich neue Vorbilder gesucht.

Sie eifert Topmodels und Supertalenten nach, betet Musiker und Schauspieler an. Die sogenannten Fürsprecher Gottes haben bei ihnen ausgedient. Nur die ältere Generation bittet etwa noch den Heiligen Antonius um Rat, wenn ein Gegenstand unauffindbar ist. Die Jungen suchen sich anderswo Hilfe. Und wenn sie Trost brauchen, wenden sie sich an den Chatroom und nicht an einen Heiligen. Da hilft auch nicht, dass Anna Schäffer, die erste heilige Frau im Bistum, mit der Zeit geht. Für sie wurde eine Homepage eingerichtet, und auf ihrer Facebook-Seite werden Kommentare beantwortet. Doch wen erreicht man damit? Anhänger der Schreiner-Nandl brauchen dieses Angebot nicht, alle anderen werden auf diesem Pfad nicht zur neuen Bistumsheiligen finden. Die Kirche, sagt Domvikar Schwager, braucht keine Heiligen, sondern das Volk braucht sie. Noch lässt sich das mit den vielen Gebetserhörungen und den großen Wallfahrten belegen. Doch der christliche Glaube verändert sich. Nur Gott weiß, wohin.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung (ots)

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