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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Fast jeder sechste deutsche Schüler wird gemobbt Bildung geht nur ohne Angst

Archivmeldung vom 20.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind mit ihrem Leben zufrieden. Das sagen fast drei Viertel aller Befragten in einer großen internationalen Studie. Alles in Ordnung also an unseren Schulen? Keineswegs! Mobbing, also Ausgrenzung und systematische Aggression unter Schülerinnen und Schülern, ist an der Tagesordnung. Dieses Thema gehört auf der Tagesordnung der Schulpolitik ganz weit nach oben.

Wenn fast jeder sechste 15-jährige Schüler darüber klagt, regelmäßig Opfer körperlicher oder seelischer Misshandlung durch Mitschüler zu sein, ist das ein Alarmzeichen, das Politiker, Eltern, Schüler und die gesamte Gesellschaft nicht überhören dürfen. Jedes Mädchen und jeder Junge hat ein Anrecht auf eine unbeschwerte Kindheit und angstfreies Lernen. Dieses Ziel sollten wir alle nicht aus den Augen verlieren. Denn: Gute Bildung funktioniert nur ohne Angst.

Und diese wiederum ist ein wesentlicher Grundstein für einen später erfolgreichen beruflichen Werdegang, aber auch die Entwicklung jedweder Basiskompetenzen im Sozialverhalten. Doch noch immer führt die Debatte um das Mobbing an Schulen ein Schmuddelkind-Dasein. Man spricht nicht gerne darüber; die wissenschaftliche Forschung zum Thema ist noch in den Kinderschuhen. Im Sinne der betroffenen Kinder muss dies anders werden. Denn es geht um menschliche Schicksale und vertane Chancen. Politik, Pädagogik und Gesellschaft sollten die Botschaften der Studie ernst nehmen.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) (ots) von  Matthias Bungeroth