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Rheinische Post: zur Bankenkrise

Archivmeldung vom 02.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Neue Milliardenbelastungen für Europas Bankenwelt, ein abgesagter Börsengang bei Evonik, die schwache Prognose des Internationalen Währungsfonds - die Wirtschafts-Nachrichten von gestern sind abermals geballter Ausdruck einer globalen Finanzkrise, deren Ende nicht absehbar ist.

Dass die Börse auf die Hiobsbotschaften aus dem Bankenlager positiv reagiert, ist mittlerweile nur noch schwer nachzuvollziehen. Steigende Aktienkurse sind nur Ausdruck einer schwachen Hoffnung, dass nicht noch weitere milliardenschwere Zeitbomben in den Bilanzen ticken. Doch diese Hoffnung ist trügerisch. Die Bekanntgabe neuer Lasten verschafft dem Anleger ein Stückchen mehr Transparenz, aber sie befreit ihn nicht von der Unsicherheit über die Zukunft seines Investments. Auch für das Kreditgeschäft sind Botschaften wie die von gestern verheerend, weil sie das Vertrauen der Banken untereinander zerstören. Und wenn die sich gegenseitig kein Geld mehr leihen, wird's auch für den Kunden schwer, ein Darlehen zu bekommen. Dass die Finanzklemme den Mittelstand mit voller Wucht trifft, ist nur eine Frage der Zeit. Überbordende Wachstumsprognosen sind derzeit wahrlich nicht angebracht.

Quelle: Rheinische Post

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