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Was führte zur Hinrichtung des Ringers Navid Afkari?

Archivmeldung vom 18.09.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.09.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Navid Afkari
Navid Afkari

Bild:IRNA

Die Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari hat am vergangenen Samstag nicht nur bei Politikern zu heftigen Reaktionen geführt. Seitens der Athleten-Verbände und Menschenrechtlern wurden nahezu reflexartig Sanktionen gegen den Iran gefordert, weil es sich um ein unter Folter erzwungenes Geständnis handelt. Die Sprecherin des deutschen Auswärtigen Amtes sagte: "Wir fordern ein rechtsstaatliches Verfahren für alle im Zusammenhang mit den Protesten im Iran inhaftierten Personen und dass weitere Todesstrafen weder verhängt noch vollstreckt werden". Der Iran betrachtet die Kritik der deutschen diplomatischen Vertretung als „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ und bestellte daraufhin den Botschafter Hans-Udo Muzel ins Außenministerium in Teheran ein.

Auffällig an diesem Fall ist, dass in den Leitmedien eine sehr einheitliche Berichterstattung erfolgt, die gar nicht richtig auf den Sachverhalt eingeht sondern unisono den Iran angreift. Deshalb lohnt es sich einmal auf die eigentlich bekannten Fakten zu schauen, anstatt nur interessengerichteten Spekulationen nachzugehen.

Nach Recherchen der ExtremNews Redaktion nahm Navid Afkari mit seinen Brüdern 2018 an regierungskritischen Protesten in der südiranischen Stadt Schiras teil, bei denen er, wie von ihm ausgesagt, einen Sicherheitsbeamten getötet hat. Nach einer anschließenden 46-tägigen Flucht gelang es der Polizei Afkari sowie seine Brüder zu verhaften. Aufgrund seines Geständnisses, das auch im iranischem Fernsehen gezeigt wurde, wurde Navid Afkari zum Tode verurteilt. Seine Brüder erhielten hohe Gefängnisstrafen.

Außer im Iran gibt es noch in 92 weiteren Ländern die gesetzliche Todesstrafe. Jedoch entscheidet nach der Gesetzgebung "Islamic Penal Code of Iran" nicht die Justiz, ob die Todesstrafe vollstreckt oder sozusagen, als Begnadigung in eine Gefängnisstrafe umgewandelt wird, sondern dieses Recht liegt bei der Familie des Opfers. Wie in einem Video, in dem zusätzlich auch die Tat nachgestellt wird, aufgezeigt wird, sieht man, dass die Eltern des getöteten Polizisten die Hinrichtung wollten. Somit entspricht es nicht der Wahrheit, wenn jetzt der iranischen Regierung die Schuld gegeben wird, weil sie den Gnadenforderungen aus Politik, Sport usw. nicht nachgekommen ist und dafür das Land nun mit unterschiedlich schweren Sanktionen belegt werden soll. Aus diesem Grund ist es auch wenig verwunderlich, wenn es nun seitens des IOC heißt, dass es die Souveränität des Landes respektiere. Zuvor hatte der IOC-Präsident Thomas Bach ebenfalls per Brief Gnadengesuche an die politische Führung des Iran gerichtet.

Das iranische Außenministerium reagierte laut IRNA auf einen Tweet der deutschen Botschaft mit diesen Worten: "Ein Eingriff in die unabhängigen Gesetze, Vorschriften und Gerichtsverfahren der Islamischen Republik Iran sei völlig inakzeptabel, und es wäre wünschenswert, dass die deutsche Botschaft die Grenzen ihrer diplomatischen Pflichten anerkenne".

Quelle: ExtremNews

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