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2021: „Schwarze Schwäne“ im Anflug

Archivmeldung vom 15.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
2021
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Bild von Tumisu auf Pixabay

Kaum ausgebrochen, hat die Pandemie eine Welle von Prognosen und Prophezeiungen darüber ausgelöst, wie die Welt nach Corona aussehen wird. Die meisten davon sind mittlerweile Makulatur. Denn Corona war ein typischer „Schwarzer Schwan“: Ein Ereignis, das nicht prognostizierbar war, doch unser Leben radikal auf den Kopf gestellt hat. Dies berichtet das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter heißt es hierzu auf deren deutschen Webseite: "Der amerikanische Essayist und Börsenexperte Nassim Nicholas Taleb hat den Begriff „Schwarzer Schwan“ mit seinem 2007 erschienenen und 2012 ins Deutsche übersetzten Bestseller „The black swan“ international in Umlauf gesetzt. „The black swan“ dient im englischsprachigen Raum als Metapher eines zwar unwahrscheinlichen, aber möglichen Ereignisses. Die Europäer waren nämlich fest davon überzeugt, dass es nur weiße Schwäne gibt – bis eine holländische Australien-Expedition Mitte des 17. Jahrhunderts dort schwarze Schwäne entdeckte. Die typischsten „Black-Swan“-Beispiele laut Taleb: Die Entdeckung Amerikas, die Attacke auf die New Yorker Twin Towers oder die „zufällige“ Entwicklung von Viagra durch Experten, die eigentlich nach einem Herzmittel suchten. Wie die Aufzählung zeigt, muss der „Schwarze Schwan“ nicht unbedingt für eine negative, jedoch für eine ziemlich nachhaltige Überraschung stehen.

Neben den rein metaphysischen Erwartungen, die mit dem Jahr 2021 verbunden sind – etwa in der Art „das verdammte Schaltjahr 2020 ist endlich weg, ab jetzt geht es wieder besser“ – gibt es inzwischen reichlich Prognosen, die auf logischen Überlegungen und mathematischen Berechnungen beruhen: schrittweise Bekämpfung von Corona, Wiederherstellung der Märkte, die von einer sanften monetären Politik, wachsenden Staatsschulden und einer schier unvermeidbaren Pleitewelle sowie einer Abkehr von der Globalisierung begleitet wird, usw. Zugleich werden auch Versuche unternommen, etwaige „Schwarze Schwäne“ aufzuspüren – also Ereignisse, die eben wenig wahrscheinlich, jedoch nicht völlig ausgeschlossen sind. So versucht auch die russischsprachige Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ in seiner jüngsten Ausgabe ein paar davon „in Aussicht zu stellen“ – und das, obgleich der Begriff „black swan“ an sich solche Voraussagen im Prinzip ausschließt.

Auf Platz eins dieser Liste steht die Vermutung, dass der frisch gewählte US-Präsident Joe Biden seine Vollmachten aus gesundheitlichen Gründen bereits 2021 niederlegen könnte. Nach Ansicht des „Forbes“-Autors würde dieses Ereignis zwar eine ganz starke Auswirkung auf die internationalen Effektenmärkte, jedoch keinen strategischen Einfluss auf die globale Wirtschaft haben.

Im Bereich von „wenig wahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen“ liege auch die Mutmaßung, dass der anfängliche „Hype“ um die Corona-Impfungen von ernüchternden Rückschlägen bei deren praktischer Ausführung abgelöst wird, was zu einer dritten, womöglich auch vierten Virus-Welle mit Quarantänen, Lockdowns und sonstigem führen könnte.

„Jede Nachricht über einen Misserfolg würde die Märkte nach unten drücken, als Folge würde das Welt-BIP im Jahresfazit nicht wachsen“, heißt es bei „Forbes“.

Das Coronavirus werde zwar 2021 voraussichtlich weitgehend bekämpft, die zur Panik neigende Reaktion der Menschen werde aber noch lange weiterbestehen.

„Es wäre zwar merkwürdig, für 2021 die Entstehung eines neuen Virus von der Stärke eines Covid-19 zu erwarten, jedes Gerücht über eine wahrscheinliche Entdeckung eines neuen ansteckenden Virus würde aber noch lange Panik und massiven Ausverkauf auf den Märkten (…) nach sich ziehen. Wer weiß, wie viele Berichte bzw. Gerüchte dieser Art 2021 in Umlauf gesetzt werden?“

Außerhalb der Corona-Problematik liegt die „Forbes“-Vermutung, laut der ein „Schwarzer Schwan“ im Bereich der Zement- und Stahlproduktion ausschlüpfen könnte. „Dieses Thema könnte bei der ökologisch besorgten neuen US-Administration in den Mittelpunkt rücken und einen weiteren Anlass für neue USA-Attacken gegen China liefern, das der Hauptabnehmer von Zement und Stahl ist“, meint „Forbes“. Zusätzliche Einschränkungen und Forderungen in diesen Industriebranchen könnten die globale Bauindustrie, den Immobilienmarkt, die Stahlproduzenten und die Transportgesellschaften hart treffen.

In Bezug auf Russland dürften die „Schwarzen Schwäne“ 2021 laut „Forbes“ in Belarus und Moldawien nisten: Politische Umwandlungen in diesen früheren UdSSR-Teilrepubliken könnten recht harte Reaktionen Moskaus nach sich ziehen, auf die die Vereinigten Staaten wiederum mit weiteren, noch schärferen Sanktionen reagieren würden. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung dürfte aber recht hoch sein und gehört damit keinesfalls in den Bereich der echten „Schwarzen Schwäne“, sondern eher in die Kategorie der üblichen geopolitischen Prognosen. Das bedeutet, dass der „Forbes“-Autor, der russische Börsenexperte Andrej Mowtschan, selbst nicht allzu präzise zwischen den beiden Kategorien unterscheidet.

Außerdem ist dem „Forbes“-Beitrag anzumerken, dass dieser auf jeden Fall noch vor Weihnachten verfasst wurde, weil darin eine mittlerweile als verhindert geltende „No deal“-Brexit-Variante als „wahrscheinlich“ analysiert wird. Unerwähnt blieben darin zugleich der spektakuläre Bitcoin-Höhenflug der letzten Wochen wie auch der dramatische Verfall der Twitter-Aktien nach dem Boykott der Tweets des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump – beides Ereignisse, die schon eher in die Kategorie der „Schwarzen Schwäne“ passen würden (wenn sie auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit natürlich nicht mit der Entdeckung Amerikas und der Entwicklung von Viagra vergleichbar sind).

Wie gesagt: Ein „Schwarzer Schwan“ soll seiner Definition nach trotz seiner Farbe nicht unbedingt für eine negative Überraschung stehen. Der Corona-„Schwan“ war schon schlimm genug. Die Welt darf nun mit einem Schwarm freundlicherer Vögel rechnen. "

Quelle: SNA News (Deutschland)


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