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5 Tipps zum Matratzenkauf: Dr. Verena Senn, Neurobiologin und Schlafexpertin bei Emma

Archivmeldung vom 07.11.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.11.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Dr. Verena Senn
Dr. Verena Senn

Bild: "obs/Emma Matratzen GmbH/Moritz Reich"

1. Probeschlafen über längeren Zeitraum: Der Körper kann einige Tage bis mehrere Wochen brauchen, um sich an eine neue Matratze zu gewöhnen. Daher sollte eine Matratze unbedingt über einen längeren Zeitraum getestet werden. Probeliegen im Geschäft ist ein guter Anfang, allerdings testet man die Matratze dort meistens nicht in den Liegepositionen, in denen man tatsächlich schläft. Der Alltagstest über viele Nächte hinweg ist deshalb entscheidender, um ein Urteil zu fällen.

2. Tests unabhängiger Verbraucherinstitutionen zu Rate ziehen

In Deutschland untersucht beispielsweise die Stiftung Warentest verschiedene Matratzen. In sechs unterschiedlichen Kategorien wird die Qualität der Produkte von dem unabhängigen Institut getestet. Geprüft werden beispielsweise Liegeeigenschaften, Haltbarkeit und die Qualität des Bezugs. Darüber hinaus werden die Matratzen unter den Aspekten Gesundheit und Umwelt, Handhabung sowie Deklaration und Werbung getestet. Ergänzend wird entlang des sogenannten HEIA-Systems bewertet, wie die Matratze zum individuellen Körperbau passt. Diese Klassifizierung richtet sich nach dem Aussehen der Buchstaben, die die verschiedenen Körpertypen beschreiben sollen. Die Testergebnisse bieten eine gute Orientierung bei der Kaufentscheidung, da sie ein breites Spektrum von Qualitätskriterien berücksichtigen.

3. Auf atmungsaktive Materialien achten

Die Temperatureigenschaften der Matratze sollten beim Kauf beachtet werden, da diese eine wichtige Rolle bei der Schlafqualität spielen. Der menschliche Organismus gibt beim Einschlafen überschüssige Wärme ab, um die Körpertemperatur für die nächtliche Ruhephase zu senken. So kann man bestmöglich ein- und durchschlafen. Folglich sind atmungsaktive Materialien wichtig für ein ideales Schlafklima. Eine Studie[1] konnte zeigen, dass Menschen, die auf einer temperaturausgleichenden Matratze schliefen, regelmäßigere und ausgeprägtere Schlafzyklen haben als Personen auf einer herkömmlichen Matratze. Sie befinden sich länger in der Tiefschlafphase in der zweiten Hälfte der Nacht. Während des Tiefschlafs ist man sehr entspannt, die Atmung und Herzschlag verlangsamen sich. In dieser Phase regenerieren der Körper und das Immunsystem, Wachstumshormone werden ausgeschüttet und faktisches Wissen im Gehirn gespeichert. Die Struktur der Matratze sollte die Luftzirkulation fördern und der Matratzenbezug sollte leicht und luftdurchlässig sein sowie Feuchtigkeit schnell abgeben können. Aus Hygienegründen sollte er zudem waschbar sein.

4. Ergonomische Haltung berücksichtigen

Damit sich der Körper über Nacht regenerieren kann, sollte eine bestmögliche Druckentlastung gewährleistet sein. Nur so werden die Gelenke und Bandscheiben im Schlaf geschont. Unsere Bandscheiben verlieren über den Tag Flüssigkeit durch das Gewicht, das sie tragen. In der Nacht saugen sie sich wieder mit Flüssigkeit voll. Hierfür muss sichergestellt werden, dass sich die Wirbelsäule beim Liegen gerade und in ihrer natürlichen Haltung befindet. Die Matratze sollte an manchen Stellen mehr nachgeben, damit zum Beispiel die Schulter tiefer als das Becken einsinken kann. Aus diesem Grund haben moderne Matratzen auch verschiedene Zonen. Je nach Körpergröße oder Gewicht kann auch der Härtegrad einer Matratze darüber entscheiden, ob man ergonomisch liegt, da dies beeinflusst, wie stark man einsinkt. Übrigens: Studien zeigen, dass Menschen im Allgemeinen die richtige Härte gefunden haben, wenn sie nach ihrem subjektiven Empfinden angeben 'mittelhart' zu liegen.

5. Das Kissen auf die Matratze abstimmen

Die Art, wie wir schlafen, also ob Rücken-, Bauch- oder Seitenschläfer, das eigene Gewicht und der Härtegrad der Matratze bestimmen, welche Art Kissen am besten zu einem passt. Die ergonomische Haltung spielt auch hier eine entscheidende Rolle: Die Halswirbelsäule sollte nicht abknicken. Das heißt, der Kopf darf weder zu hoch noch zu niedrig liegen. Da die meisten Menschen Mischschläfer sind und ihre Schlafposition mehrmals in der Nacht wechseln, sollte ein gutes Kissen flexibel sein - zum Beispiel eine härtere und eine weichere Seite haben und durch herausnehmbare Füllschichten variabel in der Höhe sein. Grundsätzlich ist es ratsam, eine Freundin oder den Partner zu bitten, die Wirbelsäulenhaltung in der bevorzugten Liegeposition zu überprüfen. Meist hat man instinktiv einen Blick dafür, ob eher ein dickes oder ein dünnes Kissen nötig ist, damit die Person ergonomisch liegt. Wenn man also eine neue Matratze kauft, sollte man auch die Liegeposition mit dem Kissen überprüfen und abstimmen.

Quelle: Emma Matratzen GmbH (ots)


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