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Ein Netz zum Schutz von Kindern knüpfen: 'Werkbuch Vernetzung' vorgestellt

Archivmeldung vom 03.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Präsentation des 'Werkbuchs Vernetzung' Foto: UK Ulm
Präsentation des 'Werkbuchs Vernetzung' Foto: UK Ulm

Wie es insgesamt acht Modellregionen in Deutschland gelungen ist, Familien durch eine bessere Vernetzung zwischen den Hilfseinrichtungen früher und zielgerichteter Unterstützung anzubieten, zeigt jetzt das 'Werkbuch Vernetzung'. Die baden-württembergische Sozialministerin Dr. Monika Stolz stellte es heute zusammen mit dem wissenschaftlichen Leiter des Bund-Länder-Projekts 'Guter Start ins Kinderleben' und Vertretern der Modellregionen in Ulm vor.

„Neben dem Kinderschutzgesetz bilden der Ausbau der Frühen Hilfen und die weitere Vernetzung der Akteure im Kinderschutz zentrale Säulen des breit gefächerten Kinderschutzkonzepts des Landes“, sagte die Kinderbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Sozialministerin Dr. Monika Stolz. „Mit dem Werkbuch Vernetzung besteht künftig für alle im Kinderschutz Beteiligten die Möglichkeit, von den Ergebnissen und Erfahrungen aus dem Modellprojekt 'Guter Start ins Kinderleben' zu profitieren.”

Frauenärzte, Hebammen, Kinderärzte, Schwangerschaftsberaterinnen, Erzieherinnen, Arbeitsvermittler, Mitarbeiter der Jugendämter, Fachkräfte in der Eltern- und Familienbildung – sie alle arbeiten für das Wohl von Kindern und Familien, sind aber häufig nicht ausreichend vernetzt, um aus einzelnen Warnsignalen wie gesundheitlichen oder sozialen Problemen gemeinsam und nachhaltig die richtigen Hilfen zu entwickeln. „Ziel war es, passgenaue und lückenlose Angebote für die frühe Kindheit vorzuhalten und die bestehende Angebotsstruktur vor Ort zu optimieren und gegebenenfalls zu ergänzen“, fasst Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie, das Ziel des Projekts Guter Start ins Kinderleben zusammen, das er mit PD Dr. Ute Ziegenhain wissenschaftlich leitet. „Das hier vorgestellte Werkbuch Vernetzung ist das Ergebnis dieses Prozesses. Dabei ist ein niedrigschwelliger und nicht stigmatisierender Zugang zu frühen Hilfen wie etwa der über das Gesundheitssystem ein wichtiges Kriterium gelingender Vernetzung“, so Fegert.

Erprobt wurde der Prozess an acht Modellstandorten in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Am Modellstandort Pforzheim betreut Norbert Könne, Leiter der Sozialen Dienste im Jugend- und Sozialamt der Stadt Pforzheim, der leider nicht wie geplant zum Pressetermin kommen konnte, das Projekt: „Durch den runden Tisch hat sich die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den Akteuren der Jugendhilfe und der Gesundheitshilfe konkret verbessert, man kennt sich und redet miteinander – statt übereinander.“ Aus der gestärkten Vernetzung entwickelte die Stadt konkrete Hilfsangebote, beispielsweise ein Babybegrüßungspaket und ein Familienhebammenkonzept.

Am Modellstandort Ostalbkreis beobachtete Dieter Fischer, Geschäftsbereich Jugend und Familie des Landratsamtes, eine teilweise euphorische Aufbruchstimmung, die zu vielen Verbesserungen führte: „Zugänge zu Schwangeren, Müttern, Vätern und Kindern konnten geschaffen werden, indem ihnen frühzeitig Information, Ermutigung, Unterstützung und Hilfe zugänglich gemacht werden konnte“, berichtete Fischer. Die Fachkräfte, die die ersten Kontakte zu Familien haben, konnten darin unterstützt werden, mit Eltern über deren Bindungs- und Erziehungsverhalten ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben.

Quelle: Universitätsklinikum Ulm

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