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Die Luftbrücke von Berlin

Archivmeldung vom 02.11.2004

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.11.2004 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Michael Dahlke

Die Berliner "Hungerblockade" - Luftbrücke

Die Berliner "Hungerblockade" - Luftbrücke

von Klaus Krusche

Wenn mein Enkel, mit leuchtenden Augen, von den "Rosinenbombern" erzählt, worüber in der Schule gesprochen wurde, brauch ich gar nicht weiter zu fragen.  Das Märchen von der Berliner Blockade gehört zu jenen Propagandalügen die am meisten verbreitet sind. Die Russen wollten Berlin aushungern und die lieben Amerikaner haben uns so geholfen, daß wir ihnen ewig dankbar sein müssen!

Jeder, der durch Berlin zieht, sieht das Luftbrückendenkmal und das Gegenstück in Frankfurt.  "Die amerikanischen Freunde kamen durch die Luft und brachten uns alles, was nötig war. Und das solange, bis die Russen aufgaben. " So wird die Lehrerin meines Enkels berichtet haben. Sie weiß es sicher nicht besser. Auch einige Leser schrieben mir, ich solle doch, bei aller berechtigten Kritik an der Bush-Administration, daran denken, was doch die Amerikaner, nach dem Krieg, alles für uns getan haben.

Die Aufgabe der eigenen Kritikfähigkeit ist weit verbreitet. Durch die ständige Wiederholung von Halbwahrheiten und Lügen, haben selbst viele Menschen meiner Generation das Erinnern an die wahren Ereignisse eingestellt.

Was war die Luftbrücke? Eine politische Aktion der USA gegen die Sowjets - finanziert durch die Bundesrepublik und Westberlin. Denn die Waren wurden keinesfalls umsonst geliefert.. Berlin mußte den horrenden Preis von 100 Dollar je Tonne Kohle bezahlen!

Wie war der wirkliche Verlauf der Dinge?

[Deutschland war von den Alliierten besetzt. In der sowjetischen Besatzungszone lag die ehemalige Hauptstadt Berlin. Berlin war unbestreitbar ein Teil der sowjetischen Besatzungszone und nicht etwa eine eigenständige fünfte Zone, die sich die vier alliierten Mächte teilten. Das war ja auch nur logisch, lag die Stadt doch mitten in der Sowjetzone. Die Stadt wurde verwaltet vom Senat von  Groß-Berlin.   In einem Abkommen über das Kontrollverfahren in Deutschland, das die Alliierten geschlossen hatten, steht:

Artikel 3
   a) Die vier Oberbefehlshaber bilden, gemeinsam handelnd, das oberste Kontrollorgan, Kontrollrat genannt.
   b) Die Funktionen des Kontrollrates bestehen in:
   4. der Leitung der Verwaltung von "Groß-Berlin" durch entsprechende Organe.

Artikel 7
   a) Zwecks gemeinsamer Leitung der Verwaltung des Gebiets von "Groß-Berlin" wird eine Interalliierte Behörde (russisch: Komendatura) errichtet, welche aus vier, einem von jeder Macht, von den entsprechenden Oberbefehlshabern ernannten Kommandanten besteht. Die Interalliierte Behörde wird von einem Hauptkomman-danten geleitet, dessen Befugnisse jeder der Kornmandanten abwechselnd ausüben wird." ][**]

Der "heiße" Krieg ging nahtlos in den "kalten" über. Strategische Worthülsen, wie Eiserner Vorhang, Frontstadt und Blockade wurden geboren! Erstaunlicher weise hatte das US-Außenministerium schon etliche Tage vor der "Blockade" in internen Schreiben an die US-Botschaften diese Worthülse als Propagandalinie vorgegeben.

Frontstadt Berlin - ein Dorn im Fleisch der Russen. Man möge sich nur erinnern, daß auch Österreich geteilt war und die Russen den Zugang nach Wien, das ebenfalls in der sowjetischen Zone lag, kontrollierte. Dagegen hatten die USA keine Einwände.

Keiner größeren Stadt Deutschlands, die im Krieg von den anglo-amerikanischen Bombenteppichen niedergewalzt wurde, ging es in diesen Tagen besser, als Berlin. Zu keiner Zeit waren die Berliner Westsektoren in dem Maße »im Würgegriff«, wie es von der amerikanischen (und leider auch deutschen: "Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt....") Propaganda dargestellt wurde.

Der erste Vorstoß zur Bildung der Frontstadt erfolgte im Herbst 1947. Die USA boykottierten  das oberste Gremium, den Alliierten Kontrollrat.

Der zweite erfolgte mit der Währungsreform in den Westzonen.

[Der Journalist W.G. Burchett schreibt in seinem Buch "Der Kalte Krieg in Deutschland":     "Deutschland wurde wie mit dem Messer eines Chirurgen in zwei Hälften geteilt, als die Banken der drei westlichen Zonen am Sonntag, den 20. Juni 1948, jedem der fünfzig Millionen Einwohner der britischen, amerikanischen und französischen Zone fünfzehn neue gegen fünfzehn alte Mark eintauschten".
Die separate Währungsreform, die im März in London beschlossen worden war, wurde am 18. Juni 1948 offiziell für die drei Westzonen verkündet.
Der Tauschkurs zur Mark in der Sowjetzone wurde völlig willkürlich festgesetzt. 10 Sowjetzonenmark sollten für eine neue, sogenannte D-Mark bezahlt werden müssen. Das zielte auf den Ruin der Sowjetzone. 

 Am 18. Juni hatten die Generale Robertson und Clay dem sowjetischen Oberbefehlshaber Sokolowski versichert, daß die Maßnahmen "sich nicht auf ihre Sektoren von Berlin beziehen".

 Schon  am 23. Juni 1948 aber, wurde die Währungsreform auch noch auf die westlichen Sektoren Berlins ausgedehnt!

  Die Russen verhängten um Mitternacht des 20. Juni eine Kontrolle über alle Straßen-, Eisenbahn- und Schiffstransporte, die vom Westen her in ihre Zone kamen. Die neue Westwährung machte natürlich die Mark in der sowjetischen Zone wertlos, und die gesamte Produktion der Ostzone hätte mit der neuen Westmark aufgekauft werden können.][**]

  [Die Wirtschaftsverbindungen mit der die Westsektoren umgebenden Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) funktionierten während der Blockadezeit weiter, und zwar so gut, daß im Oktober 1948 der Anteil der über die Luftbrücke und sonstwie aus dem Westen bezogenen Rohstoffe für die Westberliner Industrie 36 Prozent des Gesamteinsatzes ausmachte, der aus der SBZ bzw. Ost-Berlin aber 41 Prozent!
    Die Versorgung der Westsektoren mit Obst und Frischgemüse sowohl aus dem Umland als auch aus den Westzonen (über Wege abseits der kontrollierten Hauptverkehrsadern und über Wasserwege aus der SBZ) klappte zeitweilig sogar so gut, daß der Magistrat für die Westsektoren im September eine Verfügung über eine Art »freier Läden« erließ, in denen solche Erzeugnisse verkauft werden sollten.][*]

Doch General Clay wollte als »Vater der Luftbrücke« in die Geschichte eingehen. Die amerikanische Militärführung sah die Luftbrücke als hervorragende militärische Übung an, die leider auch einige US-Piloten mit dem Leben bezahlen mußten. Selbst Kohle, Mehl, Kartoffeln... und viele Massengüter, die aus dem Umland zu beziehen waren, wurden eingeflogen. Als die Bestände an Erdnussbutter u. ä. die Nachfrage weit überstiegen, baten selbst Westberliner Politiker die Amerikaner um Drosselung.

Doch - eine, einmal in Gang gesetzte Militäraktion ist nicht so leicht zu stoppen.
  

Nachdem das  Propagandaunternehmen "Luftbrücke" einmal installiert war, wurde es von den USA noch bis zum 12. März 1949 ausgedehnt.


 [John Foster Dulles sagte am 24. Januar 1949 in Paris in einer Rede vor Schriftstellern:
   "Zu jeder Zeit hätte man die Situation in Berlin klären können ( ... ) Die gegenwärtige Lage ist jedoch aus propagandistischen Gründen für die USA sehr vorteilhaft. Dabei gewinnen wir das Ansehen, die Bevölkerung von Berlin vor dem Hungertod bewahrt zu haben, die Russen aber erhalten die ganze Schuld wegen ihrer Sperrmaßnahmen."][**]

  Die, von einem Journalisten erfundene, Worthülse "Rosinenbomber" lebt bis heute weiter !!
   
   Quellen: [*] Volker Koop, Kein Kampf um Berlin? Bouvier Verlag, Bonn 1998

[**]  Die "Berliner Blockade" – ein Lügenmärchen, http://www.kpd-ml.net/

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