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Gene entscheiden letztlich über Eheglück

Archivmeldung vom 12.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
DNA: Genkombinationen entscheiden über Ehe.
DNA: Genkombinationen entscheiden über Ehe.

Bild: pixabay.com, qimono

Die Qualität einer Ehe ist laut einer Studie der Binghamton University von den Genen der Partner beeinflusst. Die Forscher haben untersucht, ob verschiedene Genotypen, also mögliche genetische Kombinationen des Gens OXTR, einen Einfluss darauf haben, wie Ehepartner einander unterstützen. Die gegenseitige Unterstützung gilt als entscheidender Bestimmungsfaktor für die Qualität einer Ehe.

Oxytocin maßgebend

Die Forscher konzentrierten sich auf OXTR, da es mit der Regulierung und der Freisetzung von Oxytocin in Verbindung steht. Dieses Hormon steht mit dem Gefühl von Liebe und Verbundenheit in Zusammenhang. Oxytocin scheint auch bei der sozialen Kognition und einer großen Vielfalt sozialer Verhaltensweisen eine Rolle zu spielen.

Laut Forschungsleiter Richard Mattson haben frühere Studien bereits darauf hingewiesen, dass die Qualität einer Ehe zumindest teilweise durch genetische Faktoren beeinflusst wird. Auch sei Oxytocin bei der sozialen Unterstützung maßgeblich ist. "Wir haben jetzt erstmals nachgewiesen, dass eine Variation bei spezifischen Genen, die mit Oxytocin in Verbindung stehen, sich auf die Qualität einer Ehe auswirken. Teils ist das der Fall, weil sie eine Rolle dabei spielen, wie die Partner den anderen unterstützen und von ihm unterstützt werden."

Verhalten wird beeinflusst

79 Paare nahmen an der Studie teil. Jeder Partner wurde einzeln nach seinem größten Problem befragt, das nichts mit dem Partner oder seiner Familie zu tun hatte. Dazu gehörten zum Beispiel Probleme im Job. Die ausgewählten Themen wurden zehn Minuten besprochen, aufgezeichnet und später danach kodiert, wie Unterstützung von den Partnern erhalten und gegeben wurde. Die Paare wurden auch getrennt ersucht, mehrere Fragebögen zu beantworten. Abschließend wurden Speichelproben für die Genotypisierung gesammelt.

Den Forschern nach betonen die Studienergebnisse, dass bestimmte Gene durch die Beeinflussung wichtiger Vorgänge in der Beziehung die Qualität einer Ehe beeinflussen. Der Kontext ist jedoch dafür verantwortlich, wann bestimmte Genotypen für eine Ehe mehr oder weniger vorteilhaft sind. "Wir haben nachgewiesen, dass zwei bestimmte Bereiche bei OXTR das beobachtete Verhalten beeinflusste. Unterschiede im Verhalten hatte bei den Paaren kleine, aber kumulative Wirkungen auf die gesamte Beurteilung der Unterstützung und damit auf die Qualität der Ehe", sagt Mattson.

Die größte Bedeutung für die gesamte Qualität der Ehe für beide Partner hatte eine genotypische Variante der Ehemänner in einem bestimmten Bereich von OXTR. Ehemänner mit einem bestimmten Genotyp, den andere Forscher mit Defiziten in der sozialen Unterstützung in Verbindung gebracht hatten, waren auch mit der erhaltenen Unterstützung weniger zufrieden. Diese geringere Zufriedenheit stand auch mit einer geringeren Zufriedenheit mit ihrer Ehe in Verbindung. Die Forschungsergebnisse wurden in "Journal of Family Psychology" veröffentlicht.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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