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Nord Stream 2: Russischer Botschafter kritisiert USA

Archivmeldung vom 13.02.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.02.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Verladung der betonummantelten Rohre im Hafen Slite auf Gotland
Verladung der betonummantelten Rohre im Hafen Slite auf Gotland

Foto: C-M
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Russlands Botschafter Sergej Netschajew hat den diplomatischen Druck kritisiert, mit dem die USA den Bau der Pipeline Nord Stream 2 kurz vor Fertigstellung noch verhindern wollen. Dass die amerikanischen Warnungen vor einer russischen "Energiewaffe" aufrichtig seien, halte er für fragwürdig, erklärte Netschajew in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Vielmehr strotzten sie vor Widersprüchlichkeit. "Es ist schwer zu glauben, dass ein Land, das die Regeln freien und fairen Handels ruiniert, seine Konkurrenten mit Einfuhrzöllen belegt, die Parole "Amerika First" auf seine Fahnen schreibt und größten europäischen Konzernen offen mit rechtswidrigen Sanktionen droht, sich nun wirklich um europäische Interessen sorgt", meinte der Botschafter.

Hinter dem Druck, zuletzt unter anderem einem gemeinsamen Artikel mehrerer amerikanischer Botschafter in Europa in einem Zeitungsbeitrag, "sehen wir nicht die Fürsorge für Europa, sondern die Bestrebung, seine Konkurrenten zur Seite zu schieben und europäischen Verbrauchern teures LNG aus Amerika aufzudrängen", sagte Netschajew. Hierbei gehe es "mit LNG um einen Energieträger, der nicht nur auf möglichst umweltschädliche Art und Weise abgebaut wird, sondern auch einem fairen Wettbewerb nicht standhalten kann".

Netschajew betonte, dass Deutschland und Russland durch Jahrzehnte einer erfolgreichen Gaskooperation verbunden seien. "Diese ganze Zeit war unser Land ein zuverlässiger Partner, der die Bundesrepublik störungsfrei mit Energieträgern belieferte", erinnerte er. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass sich dies ändern würde, im Gegenteil: Deutschland schicke sich an, auf Atomkraft und Kohleförderung zu verzichten. Unter anderem deshalb steige der Bedarf an Gas. "Die Gaspipeline Nord Stream 2 stellt die kürzeste Gaslieferroute aus dem hohen Norden Russlands nach Deutschland dar", erläuterte Netschajew. "Diese Strecke ist um knapp 2000 Kilometer kürzer als der Weg durch die Ukraine. Das hat nicht nur einen maßgeblichen Einfluss auf den Endpreis für Verbraucher, sondern ermöglicht es, jegliche Transitrisiken aus der Welt zu schaffen."

Die Pipeline werde dazu beitragen, dass in Deutschland neue Arbeitsplätze entstehen und der Energiebedarf zu möglichst vorteilhaften marktkonformen Preisen gedeckt wird. "Nord Stream 2 wird den Interessen einfacher Verbraucher und ebenso der deutschen Industrie entsprechen", sagte der Botschafter. Dies seien "unstrittige Fakten", während die amerikanischen Argumente nicht trügen.

Der Bau von Nord Stream 2 bedeute nicht, dass man bestehende Gaslieferrouten nach Europa aufgebe, insbesondere die durch die Ukraine.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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