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WDR betreibt mit Etikettenschwindel Wahlkampf: SPD-Funktionärin im Schafspelz auf Sendung

Archivmeldung vom 19.04.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
WDR-Logo (Archivbild)
WDR-Logo (Archivbild)

Bild: CC BY-SA 3.0 / R/DV/RS / Flickr

Erst vor drei Tagen habe ich hier berichtet, wie der öffentlich-rechtliche WDR geltendes Recht mit Füßen tritt. Dies berichtet der Investigative Journalist Boris Reitschuster auf "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Reitschuster: "Mitten im Landtagswahlkampf hat „1 Live“, ein Hörfunksender der Anstalt mit Sitz in Köln, ganz offen seine Parteilichkeit und seine Unterstützung für den Kandidaten mit der richtigen „Haltung“ zur Schau gestellt:

Ein grober Verstoß gegen den Paragraphen 11 des Rundfunkstaatsvertrags, der sehr eindeutig ist: „Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.“ Kaum ertappt bei einem Rechtsverstoß, macht der WDR mit seinen Rechtsverstößen weiter, als sei nichts geschehen. In einem Interview zu einer Wahlumfrage zur bevorstehenden Landtagswahl Nordrhein-Westfalen im „WDR 5 Morgenecho“ präsentierte der Sender am Samstag eine Expertin, die die sogenannte „Mallorca-Affäre“ in der NRW-CDU analysiert: Julia Schwanholz. Sie ist Politikwissenschaftlerin. Aber nicht nur. Sie ist auch SPD-Funktionärin. 

Hier durfte also ausgerechnet eine Sozialdemokratin die konkurrierende CDU kommentieren. Was schlimm genug wäre. Aber es kommt noch dicker: Der Sender verschwieg seinen Zuhörern, dass die „Expertin“ auch SPD-Funktionärin ist. Damit handelt es sich um eine faustdicke Manipulation und Irreführung der Zuhörer. 

Die CDU wehrt sich prompt – und klagt nun über „gebührenfinanzierten SPD-Wahlkampf beim WDR“. „Ist das noch Zufall oder einfach politisch gewollte Hilfe für den SPD-Kandidaten?“, fragt die ehemalige CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei „Bild“. „Alleine der Anschein ist für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schädlich – und das kurz vor der Wahl.“ Medienvielfalt und parteipolitische Vielfalt seien „ein hohes Gut für die Glaubwürdigkeit. Aber getarnte Parteinahme schadet“, so Klöckner.

Der WDR entschuldigte sich zwischenzeitlich via Twitter. „Julia Schwanholz ist eine renommierte Politologin an der Universität Duisburg-Essen, deshalb haben wir mit ihr über die Landtagswahl gesprochen“, heißt es in dem Tweet des Senders. „Wir hätten transparent machen müssen, dass sie SPD-Mitglied ist. Wir bitten zu entschuldigen, dass wir das nicht getan haben.“ Der Tweet war aber wenig später nicht mehr für die Öffentlichkeit abrufbar. Ging die Entschuldigung den WDR-Apparatschiks zu weit?

Das Problem vieler öffentlich-rechtlicher Sender und vor allem auch des WDR ist, dass sie derart rotgrünlila gepolt sind, dass ihnen die entsprechende Horizont-Verschiebung gar nicht mehr auffällt. Journalisten, die nicht stramm auf Linie sind oder gar liberal oder – igitt! – konservativ, sind in den meisten Anstalten und auf dem Bildschirm so selten wie Klosterfrauen im Kreml. Und wären ein entsprechender Fremdkörper. Faktisch herrscht in den Sendern eine politische Monokultur, die längst zu personeller Inzucht geführt hat. Selbst Insider, die sich als links sehen, klagen darüber – lesen Sie hier meine Geschichte über ein höchst interessantes Treffen mit drei Kollegen."

Quelle: Reitschuster

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