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Ostsee-Zeitung: zu Syrien

Archivmeldung vom 02.02.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.02.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Präsident Baschar al-Assad, einst Hoffnungsträger eines neuen liberalen Zeitgeistes in Syrien, hat sein Land an den Rand eines Bürgerkrieges manövriert. Sein Familienclan, der einem Aufsichtsrat gleich der Syrien-AG vorsteht, hält es längst mit dem großen Zyniker der Macht, Niccolò Machiavelli, der allen strauchelnden Tyrannen empfahl: Wenn der Fürst die Wahl hat, von seinem Volk geliebt oder gefürchtet zu werden, so sei die Furcht vorzuziehen.

Doch die sunnitische Opposition ist dabei, ihre Furcht zu besiegen und den bewaffneten Widerstand bis vor die Tore von Damaskus zu tragen. Allerdings ist Syrien ein komplizierterer Fall als Libyen. Noch sympathisieren große Teile der Bevölkerung, darunter viele Christen, mit den Assads - allein aus Angst vor religiös motivierten Verfolgungen im irakischen Stil. Und ein Eingreifen des Westens könnte eine militärische Kettenreaktion auslösen, die den Libanon, Iran und Israel zu Kriegsparteien machen würde. Was bleibt, ist ein ausgehandelter Abgang von Assad. An dem Machthaber hält selbst der Kreml nicht mehr bedingungslos fest.

Quelle: Ostsee-Zeitung (ots)

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