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Geschlechtergerechte Sanitäranlagen an Unis: "Menschen müssen sich misgendern, um auf die Toilette gehen zu können"

Freigeschaltet am 25.07.2022 um 06:38 durch Sanjo Babić
Bild: Shutterstock (Symbolbild) /Reitschuster / Eigenes Werk
Bild: Shutterstock (Symbolbild) /Reitschuster / Eigenes Werk

Ein Leser hat uns diese Mail des Studentenrats der Technischen Universität Dresden weitergeleitet – mit dem Hinweis, dass der „den Schwachsinn ablehnt“. Dies berichtet der Investigative Journalist Boris Reitschuster auf "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Reitschuster: "Und dem Kommentar: „Unfassbar! Alle deutschen Unis sind so! Die Unterschiede sind minimal. Hier sind Wahnsinnige am Werk.“ 
Ob Sie seine Ansicht teilen oder nicht, müssen Sie selbst entscheiden. Ih verkneife mit jeden Kommentar. Ich finde, der Brief spricht für sich. Hier finden Sie ihn im Originaltext:

Liebe Studierende,

Zusammenfassung

Unsere Universität steht für Offenheit und hat sich zum Ziel gesetzt, Akzeptanz und Inklusion für alle Angehörigen zu schaffen. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, arbeitet der StuRa an der Schaffung von Toiletten, Umkleiden und Duschen, die für alle Menschen nutzbar sind und fordert:

Eine Umwandlung aller bisherigen Männer-Toiletten in Toiletten für Alle / All-Gender-Toiletten
Eine Umwandlung aller bisherigen Frauen-Toiletten in FINTA-Toiletten [4] Gleiches gilt für die Umkleiden und Duschen der TU Sportstätten.

Als erster Schritt wurden die Toiletten in der Stura-Baracke in „Toiletten für Alle“ umgewandelt. Am 7. September wird um 17 Uhr zu den Forderungen eine öffentliche Info-Veranstaltung mit anschließender Diskussion im Hörsaalzentrum (HSZ), Raum E03, stattfinden [0]. Außerdem möchten wir die Umwandlung mit Euch gemeinsam gestalten. Deshalb laden wir alle an einer konstruktiven Mitarbeit Interessierten ein, eine offene Arbeitsgruppe mit uns zu gründen. Kommt am Mittwoch, dem 27.7., um 18 Uhr, zu einem offenen Treffen in die StuRa-Baracke oder meldet euch bei [email protected]!

Langfassung und Erklärung

Aktuell gibt es für Angehörige der TU Dresden nur die Möglichkeit entweder auf Männer-Toiletten oder auf Frauen-Toiletten zu gehen. Allen Menschen, die nicht in die Kategorien „Mann“ oder „Frau“ passen, wird dadurch der Gang zur Toilette erschwert oder sogar ganz verwehrt. Genauso geht es Personen, die von Anderen nicht der Toilettenbezeichnung entsprechend eingeordnet werden. Menschen müssen sich misgendern [1], um auf die Toilette gehen zu können, was schmerzhaft und selbstverleugnend sein kann. Gleiches gilt für die Umkleiden und Duschen in den Sportstätten der TU. Einige Betroffene meiden deswegen längere Aufenthalte am Campus oder bleiben Veranstaltungen komplett fern [2, 3].

Die TU Dresden setzt, laut Diversity-Strategie 2030, durch selbstverständlich gelebte Vielfalt neue Maßstäbe in der Hochschullandschaft und möchte als Bildungseinrichtung und Arbeitgeberin Vorbild sein.

Eine wichtige Grundlage zum Erreichen dieses Ziels ist das Schaffen von Räumlichkeiten, die für alle Menschen selbstverständlich nutzbar sind. Wir unterstützen die TU Dresden in diesem Ziel, aber fordern auch ein, dass sie sich an ihren eigenen Maßstäben messen lässt!

Deswegen unterstützt der StuRa folgendes Konzept: Alle bisherigen Männer-Toiletten sollen umgewandelt werden in Toiletten für Alle / All-Gender-Toiletten. Urinale sollen erhalten bleiben, aber es sollen gebäudespezifische Lösungen gefunden werden, damit sich alle auf den Toiletten wohlfühlen können. Dafür könnten die Urinale z.B. von verschließbaren Kabinen umfasst oder Trennwände vom Boden bis zur Decke um die gesamten Urinale eingezogen werden. In neuen Gebäuden ist zu prüfen, ob sich die Möglichkeit für ausschließlich abschließbare All Gender Einzeltoiletten bietet, wie es bereits für das neue Bürogebäude „Lehmann-Zentrum“ in Planung ist.

Gleichzeitig ist zu beachten, dass Frauen, Inter-, Nichtbinäre-, Trans- und Agender-Personen (FINTA) [4] vermehrt Übergriffen durch cis-Männer ausgesetzt sind [5, 6].

Deswegen unterstützt der StuRa: Alle bisherigen Frauen-Toiletten sollen in Toiletten für Frauen, Inter-, Trans- und Agender-Personen (FINTA) [4] umgewandelt werden. Gleiches gilt für die Umkleiden und Duschen in den Sportstätten der TU.

In den Umwandlungsprozess sollen alle Angehörigen der Universität einbezogen werden.

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, hat der Studierendenrat seine beiden Toiletten in der Stura-Baracke in Toiletten für Alle umgewandelt und begrüßt weitere Initiativen zur Umwidmungen von konventionellen Toiletten in Toiletten für Alle. Für die flächendeckende Umsetzung des Konzeptes ist der StuRa bereits in konstruktivem Austausch mit der Unileitung.

Unsere Uni soll ein Ort für jeden Menschen sein. Deshalb ist die Beteiligung von möglichst vielen essentiell. Mit euch gemeinsam wollen wir die universitären Gremien bearbeiten, Öffentlichkeitsarbeit betreiben und eine Info-Veranstaltung mit anschließender Diskussion zum 7. September organisieren. Es sind konkrete Vorbereitungen zu treffen und es gibt Raum für neue Ideen & deine Kreativität!

Wir freuen uns deshalb dich zum offenen Treffen am 27.07., 18:00, in der Stura-Baracke (das kleine Haus hinter dem HSZ, [7]) zu treffen. Fall du mitmachen möchtest, aber zu dem Datum nicht kannst, dann melde dich unter [email protected]!

Bei generellem Interesse am Thema laden wir dich ein zur öffentlichen Info-Veranstaltung mit anschließender Diskussion am 7. September, 17 Uhr, im Hörsaalzentrum (HSZ), Raum E03 [0].

Mit aktivistischen Grüßen,
Dein StuRa

[0] https://navigator.tu-dresden.de/raum/136100.0030 [1] Misgendern bedeutet, dass eine Person dem falschen Geschlecht zugeordnet und/oder über sie mit dem falschen Pronomen geredet wird. Das kann manchmal unabsichtlich passieren. Es kann aber auch absichtlich, z.B. als Abwertung oder Ablehnung, gemeint sein. [2] https://campusrauschen.de/2020/12/16/toiletten-fuer-alle [3] https://www.jetzt.de/querfragen/non-binaere-menschen-was-bedeutet-euch-die-unisex-toilette [4] Erläuterungen Frauen, Inter-, Nichtbinäre-, Trans- und Agender-Personen (FINTA)

F = Frauen: Dazu gehören cis Frauen und trans Frauen. Cis Frauen sind Frauen, die dem Geschlecht zugehörig sind, das ihnen bei ihrer Geburt zugeschrieben wurde. Trans Frauen sind Frauen, denen bei ihrer Geburt ein anderes Geschlecht als das Weibliche zugeschrieben wurde. I = Intergeschlechtlich: Der Begriff bezieht sich auf Menschen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale (Genitalien, Hormone, Keimdrüsen, Chromosomen) nicht klar dem weiblich oder dem männlichen Geschlecht zuzuordnen sind. N = Nichtbinär: Unter diesem Begriff sind Geschlechtsidentitäten, die sich in dem Bereich zwischen männlich und weiblich einordnen, zusammengefasst. T = Trans: Trans Menschen sind, im Gegensatz zu cis Menschen, nicht dem Geschlecht zugehörig, das ihnen bei ihrer Geburt zugeschrieben wurde. Damit können unter den Begriff „trans“ Personen fallen, die weiblich, männlich oder nicht-binär sind. A = Agender: Agender bezeichnet Menschen, die sich überhaupt keinem Geschlecht zuordnen, also auch nicht einem Geschlecht zwischen männlich und weiblich. [5] List, Katrin; Feltes, Thomas: Sexuelle Gewalt an Hochschulen – In: Die Hochschule: Journal für Wissenschaft und Bildung 24 (2015) 2, S. 115-128 – URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-162250 http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0111-pedocs-162250 [6] Allgemeine Polizei-Statistik zu sexualisierter Gewalt in Deutschland, 2019: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2019/InteraktiveKarten/04VergewaltigungSexNoetigung/04_VergewaltigungSexNoetigung_node.html -> Erfasste betroffene Personen: 94% weiblich; erfasste gewaltausübende Personen: 99% männlich (binäres Erfassungssystem) [7] https://navigator.tu-dresden.de/etplan/vg2/00

Quelle: Reitschuster

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