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Der ideale Kunde: woke, queer, CO2-neutral

Freigeschaltet am 22.09.2022 um 12:14 durch Sanjo Babić
Bild: Tobias Arhelger/Shutterstock/Reitschuster/Eigenes Werk
Bild: Tobias Arhelger/Shutterstock/Reitschuster/Eigenes Werk

Spätestens seit Vance Packards populärwissenschaftlichem Dauerbrenner „Die geheimen Verführer“ (1957 erschienen; Originaltitel: „The Hidden Persuaders“) wissen wir: Ein Kunde kauft ein Produkt oft nicht nur deshalb, weil er es tatsächlich braucht, sondern weil er sich mit dem betreffenden Kauf vor sich selbst oder vor anderen adeln und sich gar vor sich selbst oder vor anderen ein bestimmtes Image zulegen will. Dies berichtet Josef Kraus auf dem Portal "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Kraus: "Der Kunde kauft schließlich nicht nur ein bestimmtes Getränk, sondern eine damit verbundene Männlichkeit, Weiblichkeit, Sportlichkeit, Attraktivität, Vitalität, sexy Ausstrahlung. Als Zigarettenwerbung wenigstens noch teilweise erlaubt war, also bis 1. Januar 2022, konnte der Kunde mit dem Erwerb einer Packung zugleich Abenteuerlust und Draufgängertum signalisieren.

Umgekehrt nutzen Werbe- und Marketingstrategen sehr clever und gewinnbringend die Hintertürchen zum Unterbewusstsein eines potentiellen Kunden samt seinen verborgenen oder auch nur halbbewussten Wünschen, Sorgen oder Ängsten. Suggestiv (also von unten einschleichend), subliminal (unterhalb der Wahrnehmungsschwelle) und „subkutan“ (unter der Haut) geschieht dies. Auf der Verpackung finden sich deshalb nicht nur die vorgeschriebenen Informationen (Bestandteile, Haltbarkeit usw.), nein, das ganze D’rum-Herum ist mehr und mehr impertinent angelegt auf „wokeness“. Mit anderen Worten: Das „Framing“ (Umrahmen) eines Produkts heißt „Wokeness“.

Pink und Diversity Washing

Die Kette REWE macht auf „diversity“ und lockt nicht für einzelne Produkte, sondern quasi für das ganze Sortiment mit der Regenbogenflagge. Nicht anders oder zumindest phasenweise und bevorzugt im „Pride Month“ um den Christopher Street Day (CSD) herum sodann die Brillen-Kette Apollo, VW, Lieferando, Booking, die Bahn, Allianz, die Bahn, McDonalds, Microsoft, H&M, Amazon, Banken und viele andere mehr.

Bild: Boris Reitschuster / Eigenes Werk

Mercedes, BMW und Audi werben für ihre teuersten Fahrzeugtypen mit PoC-Models (PoC = People of Color). Möbelhäuser mit Regenbogenfamilien samt divers-farbigen Mitgliedern. Waschmittelhersteller mit Schauspielern und Sängern, die sich als „pride“ outen („pride“ als Stolz darauf, die Heterosexualität überwunden zu haben). „Pink Washing“ nennt man das durchaus kritisch, auch „Diversity Washing“. Von „Pink Capitalism“ ist sogar in Pride-Kreisen die Rede, weil man annehmen darf, dass das “Pink Washing“ eine Verkaufsmasche ist, um den eigenen Umsatz bzw. Gewinn zu steigern. Stimmt, man prostituiert sich mit einer Haltung, die sich geschäftlich rechnen könnte.

Vor allem aber signalisieren Verkäufer und Käufer Tugendhaftigkeit gar Tugendprahlerei. In den USA wurde dafür der Begriff „Virtue Signaling“ geprägt. Man stellt bestimmte „woke“, politisch korrekte Werte zur Schau. Gleichzeitig vermeidet man Begriffe und Namen wie „Mohr“, „Zigeunersoße“, „Onkel Ben’s Reis“…

Green Washing

Besonders ausgeprägt ist das grüne „Framing“, wenn es um den Verkauf und Gebrauch von Produkten geht, die Rohstoffe und Energie benötigen oder einsparen können, die langlebiger sind und angeblich leichter entsorgt werden können. Ein „grünes“ Label macht sich da gut. Der Nutzer kauft sich grün „gewaschene“ Produkte gern, weil er damit eine Art Ablasshandel betreibt. Er zahlt nämlich damit eine Strafe dafür, dass man ja im Jahr zweimal in den Urlaub fliegt, dass man einen SUV fährt, dass man noch fossil heizt, dass man einen Swimmingpool im Garten hat, dass man einen Zierrasen hat, dass die Kinder nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren, sondern mit Mamas Transporthelikopter, dass man noch immer nicht vegan ist/isst …. Und schon ist man mit sich im Reinen, kann wieder ein ruhiges Gewissen haben, sich als „in“ und als Mitglied der „woken“ Gemeinde fühlen und vor allem nach außen für ein tugendhaftes Narrativ stehen.

Wenn es denn so einfach wäre. Denn all dies ist kaum mehr als Image-Politiert, wenn nicht gar „Fake“. Soeben hat die „Frankfurter Rundschau“ vom 16. September Beispiele gebracht, wie mit angeblich „klimapositiven“ Produkten geflunkert wird. Ja, es wird verschiedentlich sogar so getan, als würde bei bestimmten Produkten dessen Konsum mehr CO2 einsparen, als bei dessen Herstellung verursacht wird. Als Beispiel dient der „FR“ „Ppura“, ein italienischer Bio-Pasta- und Saucenproduzent. Danach stammt der Strom der Firma zu hundert Prozent aus eigenen Photovoltaikanlagen, ausgenommen der für die Pasta. Positiv rechnet sich Ppura auch den Bahntransport der Pasta und Saucen aus Italien in nördlicher Richtung an. Wirklich klimafreundlich ist ein Bahntransport aber nur, wenn E-Loks mit Ökostrom angetrieben werden. In der Schweiz fahren die Bundesbahnen schon zu hundert Prozent mit grünem Strom, die Deutsche Bahn gibt an, um die 61 Prozent Ökostrom zu nutzen. Weitere CO2-Gutschriften erzielt das Unternehmen angeblich aus einem Laufwasserkraftwerk in Indonesien sowie einem Windkraftprojekt in Namibia. Offen bleibt jedenfalls die genaue CO2-Bilanz von Ppura; sie ist kaum exakt nachzuweisen. Den trendigen Begriff „klimapositiv“ hält die sonst durchaus umstrittene Deutsche Umwelthilfe denn übrigens für „hochgradig irreführend“. Dieser suggeriere, dass, je mehr von diesem Produkt konsumiert werde, das Klima umso besser geschützt werde. Das sei, erklärt die DUH, eine recht durchschaubare Strategie der Konsumförderung.

Zurück zu Vance Packard und seine „geheimen Verführer“: Auch die ach so Klima- und CO2-Bewegten sollten endlich ihre „Green Fakes“ durchschauen und diese vor allem unterlassen. Wir brauchen den mündigen Verbraucher, nicht den manipulierten."

Quelle: Reitschuster

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