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Genaue Zahl der Geimpften? Regierung kann keine Angaben machen: Findet die aber auch nicht so wichtig

Archivmeldung vom 07.09.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.09.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Boris Reitschuster/RTL
Bild: Boris Reitschuster/RTL

Die Zahl der Geimpften sei ganz entscheidend dafür, wie sicher wir leben: Zugespitzt klingt so für mich die Grundaussage unserer Regierungen seit Monaten. Man hat den Eindruck, dass Merkel, Spahn und Co. um jeden einzelnen „Impfling“ verbittert kämpfen. Und dann das: „In der Statistik fehlen mehr als 350.000 Impfungen aus Arztpraxen. Das geht aus Daten von fünf Kassenärztlichen Vereinigungen hervor. Wie hoch die Meldelücke insgesamt ist, kann derzeit niemand sagen“, meldet der Spiegel. Wie kann das sein? Dies berichtet der Investigative Journalist Boris Reitschuster auf "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Reitschuster: "Das fragte ich die Bundesregierung auf der Bundespressekonferenz. Der Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn, Sebastian Gülde, antwortete am Montag auf meine Frage, wie es zu solchen groben Fehlern kommt: „Dazu kann ich etwas sagen. Dass es immer wieder tatsächlich zu Nachmeldungen kommt, und diese Berichte bezogen sich ja auf Betriebsärzte, das haben wir auch hier an dieser Stelle schon wiederholt geäußert. Und diese Nachmeldungen werden dann entsprechend auch aufgenommen und finden sich dann auch in der Statistik wieder.“

Auf die Nachfrage, ob über die offiziell bekannte Zahl wirklich noch ein Prozentsatz von drei bis vier Prozentpunkten mehr geimpft ist als aus den Statistiken erkennbar, antwortete Gülde: „Also zu diesem Prozentsatz kann ich jetzt tatsächlich keine Angaben machen. Das hängt natürlich auch immer davon ab, wie schnell jetzt zum Beispiel betriebsmedizinische Dienste oder Betriebsärzte dann diese Nachmeldung vornehmen, von daher kann ich da jetzt zu so einer Ziffer keine Angaben machen.“

Das ist erstaunlich – im Internet-Zeitalter und in einer der führenden Industrienationen kann man keine Angaben zu genauen Zahlen bei der Impfung machen. Auf nochmaliges Nachhaken des Kollegen Andreas Rinke von der Nachrichtenagentur Reuters, wieso man diese Nachmeldungen nicht abstellen könne und wieso man keine Größenvorstellung habe  – „wäre das nicht wichtig für den politischen Kurs, dass man annähernd wüsste, wie viele Menschen annähernd geimpft sind?“ – die Antwort Güldes: „Also letztlich ist es so, von diesen Nachmeldungen bzw. von diesen Zahlen, von denen wir da reden, die muss man glaube ich immer noch ins Verhältnis zur Zahl der Gesamtmenge der Geimpften setzen. Insofern gehe ich, ehrlich gesagt, nicht von so einer großen Diskrepanz aus, was die tatsächliche Zahl der Geimpften ist. Die spielt für das epidemiologische Geschehen keine große Rolle.“ Drei oder vier Prozent als „nicht so große Diskrepanz“? Und das, wo die Regierung aktuell, so zumindest der Eindruck, verbissen um jeden einzelnen potentiellen Impfling kämpft?

Hier sehen Sie die beschriebenen Stellen in meinem Video-Kommentar – der auch auf andere Momente in der Bundespressekonferenz eingeht. Unter anderem habe ich Merkels Sprecher Steffen Seibert noch nie emotional so aufgewühlt erlebt wie gestern. In voller Länge sehen Sie die Bundespressekonferenz  hier. "



Quelle: Reitschuster

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