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Warum man in Deutschland Gäste nicht mehr als Gäste bezeichnen darf

Archivmeldung vom 26.09.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.09.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Nancy Faeser  (2022)
Nancy Faeser (2022)

Bild: Eigenes Werk /SB

Seit langem fällt es mir schwer, vieles von dem, was in Deutschland passiert, rational nachzuvollziehen. Immer öfter bedauere ich beim Lesen von Nachrichten, dass ich nicht neben meiner journalistischen Ausbildung auch noch eine in Psychologie absolviert habe. Das würde mir helfen, vieles von dem, was heute in unserem Land geschieht, besser einzuschätzen. Dies berichtet der Investigative Journalist Boris Reitschuster auf "Reitschuster.de".

Weiter berichtet Reitschuster: "Das jüngste Beispiel: ein Polizeieinsatz am 9. September in Berlin. Der bis heute hohe Wellen schlägt. Und über den unter anderem die JF berichtet – inklusive einem Nachspiel in der Bundespressekonferenz. Auslöser der Aufregung ist ein Video von dem Einsatz, das im Internet abrufbar ist. Die „JF“ beschreibt es wie folgt: „Es zeigt zwei Beamte, die einen Haftbefehl vollstrecken und einen Mann in seiner Wohnung festnehmen wollen, während eine aufgebrachte Syrerin sie der Wohnung verweist. Auf ihre Rufe ‘Das ist mein Haus!‘, erwiderte einer der beiden Gesetzeshüter: ‘Das ist mein Land, und du bist hier Gast.‘“

‘Nicht so sprechen mit meiner Frau‘

Die Auseinandersetzung uferte laut „JF“ noch weiter aus: In dem Video ist zu sehen, wie der Beamte zu der schreienden Frau ruft: „Halt die Fresse!“ Der Mann entgegnete: „Nicht so sprechen mit meiner Frau.“ Daraufhin sagte der Polizist: „Deine Frau hat nicht so mit mir zu sprechen. Du bist hier in unserem Land, ihr habt euch nach unseren Gesetzen zu verhalten.“

Diese Aussage führte zu gewaltiger Aufregung im polit-medialen Komplex. Von Rassismus war sofort die Rede. Hand aufs Herz: Ich kann das nicht nachvollziehen. Mit dem „Halt die Fresse“ hat der Beamte zwar eine Grenze überschritten. Zwar in einer Ausnahmesituation – aber auch da geht das nicht. Aber alles andere, was der Beamte sagte, ist in meinen Augen eine Selbstverständlichkeit. Und ich bin froh, dass es noch Beamte gibt, die so etwas aussprechen. Ich selbst habe lange in Russland gelebt. Und es war für mich immer klar, dass ich dort Gast bin, und deshalb meinen Gastgebern und ihren Regeln Respekt entgegen bringen muss.

Aus Sicht unserer rotgrünen „Elite“ in Medien und Politik haben mich meine 16 Jahre in Russland wohl „verdorben“. Weil ich dort gelernt habe, die rotgrüne Denk-Blase, in der ich als Jungsozialist selbst verhaftet war, mit anderen Augen zu betrachten gelernt habe. Und jetzt offen gestanden sprachlos bin über die Reaktion der Berliner Polizei auf die Aussage ihres Beamten.

Berliner 'Haltungs'-Polizei

Auf Twitter teilte die Polizeiführung, die stets stramme politische „Haltung“ zeigt, mit: „Der Staatsschutz hatte nach dem Vorfall Ermittlungen gegen den Beamten eingeleitet. ‘Wir stehen gegen jegliche Form diskriminierenden und menschenverachtenden Verhaltens. Gegen den Kollegen wird strafrechtlich ermittelt. Er wurde unmittelbar in den Innendienst versetzt. Weitere dienstrechtliche Konsequenzen folgen‘.“

Wie bitte? Was soll an der Aussage des Beamten „diskriminierend und menschenverachtend“ sein? Die offizielle Aussage ist unglaublich infam: Denn faktisch ist sie eine Vorverurteilung. So formuliert, dass jeder sie versteht als auf den Beamten gemünzt – dass der sich aber juristisch nicht wehren kann.

Ich finde, die Polizei und die ganzen rotgrünen Kulturkrieger entlarven sich hier selbst. In Russland und in weiten Teilen der mir bekannten Welt – früher auch in Deutschland – ist Gastfreundschaft ein wichtiges Gesetz. Gäste genießen hohen Respekt. Aber sie müssen sich eben auch an Regeln halten. Was bitte ist „diskriminierend und menschenverachtend“, wenn man einen Gast einen Gast nennt?

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Polizeiführung diskriminiert hier einen ihrer Beamten, weil er Klartext spricht und sich nicht an die grünideologischen Vorgaben hält.

Bundesinnenministerin auf ‘Abwegen‘

So weit, so traurig. Doch die Geschichte hat noch eine Fortsetzung. Ausgerechnet Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat den Beamten nun auf der Bundespressekonferenz verteidigt. Auf die Frage eines Journalisten hin antwortete sie, seine Aussage sei in ihren Augen nicht rassistisch gewesen. Mehr noch: Die Sozialdemokratin, die bislang vor allem dadurch auffiel, dass sie alles, was nicht rotgrün ist, als „rechts“ diffamiert und zum politischen Abschuss freigibt, warb sogar dafür, Verständnis für die Beamten zu haben: Diese erlebten ein hohes Ausmaß an Kriminalität und müssten deutliche Worte finden, wenn sie hart durchgreifen. Sich im Ton zu vergreifen, werde aber nicht geduldet.

Was mich besonders schockiert: Ich habe mich selbst ertappt bei dem Gedanken, dass ich mich freue über diese Aussage Faesers. So weit sind wir im „besten Deutschland aller Zeiten“: Man empfindet es als gute Nachricht, wenn ausnahmsweise einmal die Stimme der Vernunft Oberhand gewinnt bei Glaubenskriegern wie Faeser.

Hoffnung auf irgendeine positive Entwicklung macht das leider nicht. Eher ist es wohl die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Und leider spricht es Bände, dass selbst die stramm rotgrüne Ministerin von der Berliner Polizei links überholt wird.

Zum Schluss möchte ich aber noch einmal auf die in der Überschrift aufgeworfene Frage zurückkommen: Warum man in Deutschland Gäste nicht mehr als Gäste bezeichnen darf?

Die einzige Antwort, die mir darauf einfällt, ist ideologische Verblendung. Die nach jahrelanger Propaganda – um den bösen Begriff „mediale Gehirnwäsche“ zu vermeiden – vielen auch gar nicht mehr auffällt. Bzw., bei der wie im Märchen von „des Kaisers neue Kleider“ sich heute sehr viele nicht mehr trauen, das Offensichtliche auszusprechen. Ich freue mich sehr auf Ihre Erklärungen und lasse mir gerne neue Sichtweisen eröffnen und mich überzeugen."

Quelle: Reitschuster

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