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Kühlung und Lüftersteuerung im Griff

von Oliver Randakveröffentlicht 07.08.2008 09:59
In Notebooks sind auf engstem Raum viele Hitze erzeugende Komponenten verbaut. Damit die mobile Arbeit nicht schweißtreibend wird und keine empfindlichen Teile Schaden nehmen, sollten Anwender für gute Kühlung sorgen. Mit der richtigen Lüftersteuerung halten Notebook-Besitzer gleichzeitig die Geräuschentwicklung im Zaum.

Notebooks haben gegenüber einem PC etliche Vorteile, von denen der wichtigste die Mobilität des Geräts und die damit einhergehende Ortsunabhängigkeit beim Arbeiten ist. Sie weisen im Vergleich allerdings auch Nachteile auf, sonst gäbe es schon lange keine Desktop-PCs mehr. Dazu zählen ein bei vergleichbarer Leistung höherer Anschaffungspreis, geringere Modularität und Anpassbarkeit an individuelle Bedürfnisse und zu guter Letzt auch die Kühlung. Denn naturgemäß ist es in einem beengten Notebookgehäuse viel schwieriger, die von den verbauten Komponenten produzierte Abwärme nach außen abzuführen. Wir geben Tipps, wie Sie die Kühlung Ihres Notebooks verbessern und sein Betriebsgeräusch reduzieren können.

Kühlung verbessern

Gerade an heißen Sommertagen bewegen sich vor allem leistungsstarke Notebooks am oberen Ende Ihrer Kühlkapazität. Das kann soweit gehen, dass sich Prozessor und Grafikkarte aus Selbstschutz im Takt reduzieren und die Systemleistung deutlich spürbar einbricht. Das merkt man besonders deutlich bei fordernden 3D-Spielen, die die Kernkomponenten eines Notebooks einer besonders harten Belastungsprobe unterziehen.

Zu diesem an sich ärgerlichen Umstand kommt noch die Tatsache hinzu, dass eine gesteigerte Temperatur die Lebensdauer der Komponenten verringert. In der Regel geht man von einer Halbierung der Lebensdauer bei einer um nur 10 Grad Celsius überhöhten Betriebstemperatur aus. Natürlich ist es unmöglich, hier alle Notebooks über einen Kamm zu scheren und einen allgemein gültigen Wert festzulegen. Aber Sie sollten davon ausgehen, dass ein überhitztes Notebook schneller verschleißt und mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit mit Hardware-Problemen zu kämpfen haben wird. Es gibt ein paar Punkte, die man unabhängig vom Wetter - aber natürlich besonders im Sommer - beachten sollte, um dieses Risiko zu vermindern.

Luftzufuhr sicherstellen
Stellen Sie sicher, das Ihr Notebook genügend kühle Umgebungsluft (ja, selbst 30 Grad Celsius Außentemperatur sind "kühl") durch das Gehäuse saugen kann. Da die allermeisten Notebooks ihre Systemlüfter auf der Unterseite des Geräts verbauen, bedeutet das primär: Eine harte Unterlage. Arbeiten Sie auf einem Tisch oder einer festen Platte, die Sie sich zur Not über die Knie legen. Liegt das Notebooks auf einem weichen Untergrund wie beispielsweise einer Decke - im Grünen oder beim Sitzen auf der Couch - wird die Luftzufuhr signifikant verringert.

Zum Verständnis: Erhitzte Oberflächen, beispielsweise die Kühlkörper von CPU und Grafikkarte oder die Oberflächen von Arbeitsspeicher und Festplatte, bauen ein Polster aus erhitzter Luft rund um ihre Oberfläche herum auf. Salopp gesagt "steht" dieses Polster in der Regel und kann irgendwann keine weitere Abwärme mehr aufnehmen, wodurch sich die Komponente selbst weiter aufheizt. Der von den Systemlüftern erzeugte Luftstrom reißt dieses Wärmepolster von der Komponente weg und führt vergleichsweise kühle neue Luft heran, an die wieder Wärme abgegeben werden kann.

Diesen Effekt können Sie beispielsweise an sich selbst beim Radfahren beobachten. Oder auch schon beim Stehen: Weht kein Lüftchen, fängt man deutlich schneller an zu schwitzen, als bei einem leichten Luftzug. Schweiß ist eine praktische und sehr effektive Reaktion des Körpers zur Kühlung seiner Oberfläche - aber über die verfügt ein Notebook nicht. Es ist daher auf den Luftstrom seiner Lüfter angewiesen, um die Luftpolster an den Komponenten wegzureißen.

Lüfter und Kühlkörper reinigen

m Gegensatz zu einem Desktop-PC kommen in einem Notebook Lüfter mit sehr kleinem Durchmesser zum Einsatz - große Lüfter können bedingt durch die Packungsdichte im Gerät und die Größe des Gehäuses nicht verbaut werden. Das Problem: Kleine Lüfter setzen sich noch schneller mit Staub und anderem in der Raumluft enthaltenen Dreck zu als große Lüfter. Und ein verstaubter Lüfter ist nicht nur deutlich lauter als im Originalzustand, sondern arbeitet auch wesentlich ineffektiver. Meiden Sie Staub und Schmutz daher so gut wie irgend möglich. Tun Sie sich und Ihrem Notebook einen Gefallen und reinigen Sie die Systemlüfter ab und an. Bei vielen Geräten kommt man an sie heran, indem man vorsichtig die Wartungsdeckel auf der Unterseite des Notebooks öffnet. Einige wenige - meist in großen Notebooks mit 17 Zoll Bildschirmdigaonale und mehr - lassen sich direkt von außen durch angefeuchtete Wattestäbchen reinigen. Bei den meisten wird dies aber durch ein Schutzgitter verhindert, das das Eindringen von grobem Schmutz verhindern soll.

Wenn überhaupt kein Herankommen an die Lüfter ist, dann können Sie immer noch auf Druckluft-Sprays zurückgreifen. Sie haben aber nur eine begrenzte Effektivität und können nur in den seltensten Fällen verkrusteten Schmutz auf dem Propeller des Lüfters lösen. Prüfen Sie Ihr Notebook am besten relativ kurz nach dem Kauf, wie gut oder schlecht Sie an die Lüfter herankommen. Zeichnet sich dann schon ab, dass Sie auf Druckluft-Sprays zurückgreifen müssen werden, dann sollten Sie vorbeugend regelmäßig durchblasen. Als sehr effektives Werkzeug sei an dieser Stelle auch ein ganz normaler Staubsauger empfohlen. Klingt banal, bringt unter Umständen aber mehr als ein Druckluft-Spray und ist auf jeden Fall angeraten, um den gelösten Staub abzusaugen.

Das Reinigen der Kühlkörper ist ebenfalls sehr wichtig. Bei praktisch allen Notebooks kommen so genannte Heatpipes zum Einsatz, um die Abwärme von Prozessor und Grafikkarte zum Kühlkörper zu führen. Heatpipes bestehen aus einem wegen der guten Wärmeleitfähigkeit meist aus Kupfer gefertigtem Metallblock mit flüssigkeitsgefüllten Röhren, die die Wärme transportieren. Der eigentliche Kühlkörper ist meist in der Nähe der Luftschlitze positioniert, um einen maximalen Wärmeaustausch zu erzielen. Und da auf einer größeren Oberfläche ein schnellerer Austausch erfolgen kann, sind praktisch alle Kühlkörper mit einer Unzahl feiner Kühlrippen "verziert", die sich ebenfalls gern mit Staub und Schmutz zusetzen. Dieser Kühlkörper sollte natürlich auch gereinigt werden.

Heiße Zonen vermeiden

Tun Sie Ihrem Notebook einen Gefallen und lassen Sie es nach Möglichkeit nicht in der prallen Sonne stehen. Denn die meisten Notebooks sind in dunklen Grautönen gehalten und absorbieren die Hitze der Sonne wie ein Verdurstender Wasser. Dieser zusätzliche enorme Wärmeschub kann den Kühlkreislauf des Geräts ganz schnell an seine Grenzen bringen.

Suchen Sie sich ein schattiges oder zumindest halbschattiges Plätzchen, das tut nicht nur dem Notebook gut. Wenn noch ein leichtes Lüftchen weht, ist das Ganze perfekt. Denn das kühlt die Außenflächen des Notebooks durch Wegreißen ihrer Wärmepolster ab, die sich natürlich ebenfalls aufbauen. Denn die Abwärme im Inneren überträgt sich logischerweise auch auf das Gehäuse.

Zwangsbelüftung hilft
Verschiedene Hersteller bieten externe Notebook-Kühler an. Sie bestehen meist aus einem Rahmen mit Lüftern, auf den das Notebooks aufgesetzt wird. Sie integrieren wesentlich größere Lüfter als die im Notebook selbst verbauten, versorgen das Notebook mit einem steten Zustrom frischer Luft und unterstützen so die Kühlung teils erheblich. Es gibt verschiedene Modelle und Bauformen, die aber in praktisch allen Fällen vom Notebook per USB mit Strom versorgt werden. Etliche bieten sogar zusätzliche USB- oder sonstige Schnittstellen.

Am Nutzen einer solchen Zwangsbelüftung scheiden sich die Geister. Solche externen Lüfter eignen sich nur im stationären Einsatz und tragen zum Betriebsgeräusch bei, auch wenn ihre Lüfter in der Regel recht leise sind. Sie empfehlen sich eigentlich nur dann, wenn alle anderen Stricke reißen oder das Notebook immer noch wegen thermischer Überhitzung heruntertaktet.

Es werden vereinzelt auch Lüfter für den PCMCIA-Einschubschacht angeboten, die aber von noch zweifelhafterem Nutzen sind. Während externe Lüfter lediglich die Notebook-eigenen Lüfter mit einem Zustrom frischer Luft versorgen, versuchen PCMCIA-Lüfter Frischluft durch den PCMCIA-Schacht ins Notebook zu blasen. Nur: Oft ist selbiger geschlossen, da nun mal nicht für die Belüftung gedacht. So erhält man aber immerhin einen kühlen Einschubschacht...

Lüftersteuerung ausnutzen

Wenn Sie keine Probleme mit einem überhitzenden Notebook haben, können Sie dennoch etwas optimieren: Das Betriebsgeräusch des Notebooks. Denn neben der Festplatte oder einem laufenden optischen Laufwerk sind die Systemlüfter die einzigen Geräuschquellen im Notebook.

Praktisch alle Notebooks setzen Lüftersteuerungen ein, die die Drehzahl der Lüfter in Abhängigkeit von den Daten der thermischen Sensoren im Inneren steuern. Wird es wärmer, werden die Lüfter stufenweise oder stufenlos auf höhere und schließlich höchste Drehzahl gebracht, um den Luftdurchsatz der Lüfter zu erhöhen. Sinkt die Temperatur, wird auch die Drehzahl zurückgefahren. Und da die Lüfterdrehzahl direkt mit dem Betriebsgeräusch verbunden ist, bietet sich hier ein Ansatzpunkt, um dem Notebook akustisch Manieren beizubringen.

Ein Eingriff in die Lüftersteuerung will aber wohl überlegt sein. Denn eine Unterversorgung mit Frischluft kann zu einer schädlichen Überhitzung mit fatalen Hardware-Schäden führen, die mit etwas Pech vom Hersteller bei einer Reklamation entdeckt und völlig zu Recht dem Notebook-Besitzer zur Last gelegt werden kann. Das sollte zumindest bedacht werden.

Es gibt zwei Wege zur Steuerung der Lüfter: Das BIOS und Programme, die im Betriebssystem ausgeführt werden. Das BIOS können Sie direkt nach dem Start des Notebooks aufrufen. Es gibt zu viele verschiedene BIOS', um einen echten Leitfaden zur Einstellung geben zu können. Seien Sie beim Verändern der Einstellungen aber eingedenk der obigen Warnung vorsichtig!

Die zweite Möglichkeit sind Tools wie SpeedFan, mit denen der Anwender bestimmten Temperaturschwellen Lüfterdrehzahlen zuordnen kann. Solche Tools zeigen in der Regel auch die aktuellen Temperaturwerte von CPU und Grafikkarte. Hier stellen Notebook-User mit feineren Abstimmungen unter anderem das nervige Verhalten mancher Notebooks ab, die mit ungünstigen Schwellenwerten in Bereich weniger Temperaturgrade extreme Drehzahlunterschiede aufweisen und ständig zwischen "Säuseln" und "Lärmen" hin und her wechseln.

Manuell getunte Lüfter sind besonders effektiv, wenn man dem Notebook mit Undervolting vorher die Zügel angelegt hat. Beim Undervolting wird primär die Versorgungsspannung der CPU so weit abgesenkt, dass sie weniger Abwärme produziert, aber immer noch stabil mit gleicher Leistung läuft. Undervolting und manuelle Lüftersteuerung arbeiten dann perfekt Hand in Hand.

Silent-Mode ausprobieren
Einige Notebooks bieten Schalter am Gehäuse, mit denen Sie einen "Silent Mode" - die Bezeichnung variiert von Hersteller zu Hersteller - starten können. Hierbei wird die Taktfrequenz des Prozessor künstlich abgesenkt und so die Abwärme teils drastisch reduziert. Aber Obacht: Manche Hersteller lassen den Prozessor so, wie er ist, und drosseln lediglich die Lüfter - und das wiederum kann gerade bei hohen Außentemperaturen zu einem Hitzestau führen.

Generell ist zumindest das Ausprobieren eines solchen Modus zu empfehlen, wenn er vom Hersteller angeboten wird. Gerade beim Schreiben in Office-Anwendungen oder ähnlichen wenig aufwändigen Tätigkeiten muss der Prozessor ja nicht mit voller Leistung arbeiten. Sie halten den Motor Ihres Autos an der Ampel ja auch nicht auf 6000 U/min.

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