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Der Fake-Faktor

von Thorsten Schmittveröffentlicht 18.04.2006 09:06
Bilder Buchcover
Buchcover
Der Autor Thomas Pritzl beschreibt anhand eines chronologischen Ablaufs die Vorgänge im größten der Öffentlichkeit bekannten Betrugsfall der deutschen Fernsehgeschichte. In diesem Medienkrimi wird deutlich wie anfällig die Redaktionen für TV-Fälschungen wegen der Sensationslust und Quotengier sind. Obwohl das geschilderte Ereignis mittlerweile schon zehn Jahre her ist hat dieses Problem nicht an Aktualität verloren.

Auf der Rückseite des Buches beschreibt der Verlag den Sachverhalt des Buches so:

Auch zehn Jahre nach der Entlarvung des erfolgreichsten TV-Fälschers aller Zeiten geht die Branche der größten Betrugsserie am Zuschauer in der Geschichte des deutschen Fernsehens aus dem Weg.

Dabei schrieben TV-Stars wie Günther Jauch, Friedrich Küppersbusch, Stefan Aust und andere 1996 ein ganzes Jahr lang mehr oder weniger intensiv an diesem dunklen Kapitel deutscher Medienhistorie mit.

Wie konnte sich die Affäre um gefälschte Reportagen zum größten Skandal der Fernsehgeschichte aufschaukeln? Warum lieferte sich die TV-Prominenz eine einmalige Schlammschlacht? Und wieso gipfelte der Skandal in einer medialen Hetze auf das Magazin stern TV sowie seinen Moderator und führte den Medien dabei die eigenen Unzulänglichkeiten vor Augen? Ein Medienkrimi um ein einmaliges PR-Desaster.

"Spannende Chronologie eines in Vergessenheit geratenen Skandals, in dem die Verantwortlichkeiten bis heute nie geklärt worden sind."
Anne Grages, Westdeutsche Zeitung


Fazit:
Thomas Pritzls Buch ist zwar nicht das einzige Buch, in dem über Betrugsfälle im deutschen Fernsehen in der Vergangenheit und unseriösen Journalismus berichtet wird. Es ist aber  in seiner Art, wie der Autor chronologisch den Fall für den Leser noch einmal aufbereitet schon etwas besonderes. Das damalige Ereignis wird hierdurch in seinem ganzen Umfang leichter überschaubar. Auch sieht man sehr gut, daß sich seit den damaligen Betrugsfällen in den Medien eigentlich wenig verändert hat. Wie Thomas Pritzl am Ende des Buchs noch einmal durch eine ganz kurze Aufzählung  aus gegenwärtigen Fällen (ARD-Korruptionsäffäre und Schröders Medienschelte) zeigt. Diesen Teil hätte man sich allerdings gerne ein bißchen ausführlicher gewünscht, die drei dort angesprochenen Fälle sicherlich nicht die einzigen der Gegenwart sind.

Trotz dieses kleinen Kritikpunktes ist dieses Buch aber sehr angenehm zu lesen und kann als gelungen angesehen werden. Auch der Preis von 9,80 € geht vollkommen für die Informationen, die man dort bekommt, in Ordnung. Ein Buch das aufzeigt, daß wenn es um Quoten und Werbeeinnahmen geht, in unseren Medien nicht immer nur die Wahrheit gezeigt wird, sondern man durchaus auch auf Medienwirksam inszenierte Fälschungen zurückgreift.




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