"Vorwärts in die Steinzeit?
| Was | Vortrag |
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| Wann |
08.11.2007 von 19:30 bis 22:00 |
| Wo | München |
| Name | Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) |
| Kontakt-Telefon | 089/452 474 15 |
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Wie lange wird sich die Industriegesellschaft noch aufrechterhalten lassen? 30 Jahre, 50 Jahre oder sogar 100 Jahre? Das Lebensblut jeder industriellen Aktivität, das Erdöl, überschreitet in diesen Jahren seinen Förderhöhepunkt – danach wird die Förderung JEDES JAHR um 3 bis 8 Prozent abnehmen („Peakoil“).
Ähnliche
Entwicklungen wird man später bei Erdgas, Kohle, Uran und zahlreichen
metallischen Rohstoffen beobachten. Effizienzsteigerungen und
(verlustbehaftete) Wiederverwertungen können die Erschöpfung der
Ressourcen verzögern, auf einem endlichen Planeten aber
selbstverständlich nicht aufhalten.
Der Zusammenbruch unserer hochkomplexen und extrem vernetzten
Industriegesellschaft wird bereits zu dem Zeitpunkt erfolgen, wo sich
ein unentbehrlicher, aber ausgehender Rohstoff nicht mehr in großem
Maßstab durch einen anderen ersetzen lässt – dies könnte bei Erdöl der
Fall sein.
Gleiches gilt, sobald sich ein einziger relevanter Industriesektor nicht
mehr sinnvoll betreiben lässt, alle anderen Sektoren aber auf ihn
angewiesen sind - etwa das Transportwesen oder der Energiebereich.
Der Referent zeigt in seinem Vortrag, dass dieser Dominoeffekt bereits
beim „plötzlichen“ wirtschaftlichen Zusammenbruch des Ostblocks
beobachtet werden konnte. Auch diese – relativ harmlose – Episode wurde
weder von den deutschen Politikern vorhergesehen noch von den diversen
Behörden und Universitätsprofessoren, die für die Beobachtung und
Analyse des Ostblocks enorme Geldmittel bekamen. (Ausgenommen von dieser
Kritik sind einige vornehmlich US-amerikanische Politiker und Behörden.)
Für die Zukunft rechnet der Referent mit vielen – zeitweise sehr
erfolgreichen – Versuchen, den jeweils akuten Rohstoffkriesen zu
begegnen; irgendwann ist dies nicht mehr in globalem Maßstab möglich und
es muss wieder mit Materialien vor Ort gearbeitet werden.
Die dadurch dramatisch verringerte Bevölkerung wird nach einer Phase des
primitiven Metall-Recyclings alter Autowracks, Stahlkonstruktionen etc.
nur noch Tiere, Pflanzen (Holz!) und Steine als Rohstoffe nutzen können.
Martin Kraus studierte Philosophie, Psychologie und
Kommunikationswissenschaft und arbeitet seitdem als PR-Berater im
Bereich „Erneuerbare Energien“. Er ist Stadtvorsitzender der ödp München
und Mitglied bei ökologischen Verbänden, wie dem Bund Naturschutz, Green
City und dem Förderverein Ökologische Steuerreform (FÖS).
"Vorwärts in die Steinzeit?
Wie die Industriegesellschaft sich selbst zerstört“
Referent: Martin Kraus, M.A., Philosoph
Donnerstag, 08. November 2007, 19.30 Uhr
- Einlass 19:00 Uhr - Der Eintritt ist frei
Brienner Str. 46/EG - Vortragssaal der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung,
U 1/7 und Tram 20/21 Stiglmaierplatz (3 min zu Fuß),
U 2/8 Königsplatz (5 min zu Fuß)

