Afghanistan – Erst mehr Soldaten und dann ab nach Hause?
| Was | Vortrag |
|---|---|
| Wann | 10.02.2010 von 19:30 bis 21:30 |
| Wo | 36304 Alsfeld |
Die Bundesregierung hat beschlossen, die Zahl deutscher Soldaten in Afghanistan nochmals zu erhöhen. Ein baldiger Abzug der Truppen ist nicht in Sicht. Dies droht die Sicherheitslage erneut zu verschlechtern. Die Erfahrung zeigt: Die Zahl der Anschläge und Gefechte steigt im Gleichschritt mit der Zahl ausländischer Truppen. Das ist mit Zahlen belegbar und wird auch von der Bundesregierung nicht geleugnet. Immer wieder geraten dabei auch Zivilisten ins Feuer der einen oder anderen Seite. Die internationalen Truppen in Afghanistan sind kein Sicherheitsfaktor, sondern ein Gefahrenherd. Auch der Dachverband der deutschen Hilfsorganisationen hat vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass die Präsenz von NATO-Truppen und die Verquickung mit dem Militär Aufbauprojekte nicht schützt, sondern gefährdet. Die Soldaten bringen also keine Sicherheit, stehen aber dem zivilen Wiederaufbau und dem innerafghanischen Friedensprozess im Weg.
Der Sonderbeauftragte des Außenministeriums für Afghanistan, Bernd Mützelburg, kam kürzlich zu der Einschätzung: „Wir tun nicht wirklich das, was wir versprechen. Wir haben immer von der Notwendigkeit ziviler Krisenprävention gesprochen. Aber wir haben nie das Instrumentarium geschaffen, mit dem wir das wirklich tun könnten. “
Warum hält unsere Regierung an ihrer Politik fest, obwohl eine überwältigende Mehrheit der Deutschen gegen diesen Krieg ist? Wozu wurden die deutschen Soldaten eigentlich nach Afghanistan entsandt? Ist dieser Kriegseinsatz völkerrechtlich oder moralisch zu rechtfertigen? Diese und viele weitere Fragen sollen auf dieser Veranstaltung mit einem kompetenten Gesprächspartner diskutiert werden.
Oberstleutnant Jürgen Rose gehört zu den Offizieren der Bundeswehr, die jede Mitwirkung an Angriffskriegen strikt ablehnen. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er, als er am 15. März 2007 aus Gewissensgründen um Entbindung von allen Aufträgen bat, die seine Mitarbeit an Unterstützungsleistungen für den beabsichtigten Einsatz von Tornado-Jets in Afghanistan sowie die von ihm als völkerrechtswidrig erachtete „Operation Enduring Freedom“ betreffen. Der Eintritt ist frei.
