Untote Rädertierchen rauben DNS
Verdunstet ein Gewässer, trocknet ein Bdelloid zuweilen völlig aus, und die Membran seiner Geschlechtszellen wird porös. Dabei dringt fremdes Erbgut aus der Nahrung ein. Nimmt der Organismus wieder Wasser auf, ist er in der Lage, sich selbst komplett zu regenerieren. Zugleich wird das fremde Erbgut funktionsfähig in die Chromosomen integriert. Den mysteriösen Vorgang hat ein Team um Irina Arkhipova vom Josephine Bay Paul Center in Woods Hole im US-Staat Massachusetts beobachtet. Die besondere Fähigkeit der Bdelloiden hat zur Folge, dass sie verschiedene Arten ausgebildet haben - obwohl sie sich eigentlich nur ungeschlechtlich vermehren, was im Prinzip eine Durchmischung ihres Erbguts verhindert. Zoologen hatten daher schon lange gerätselt, wieso es die sexlosen Bdelloiden dennoch geschafft haben, eine Tiergruppe von etwa 360 Arten zu entwickeln.
Quelle: GEO

