DIW - Mindestlohn von 7,50 Euro kostet 200.000 Arbeitsplätze
Insbesondere geringfügig Beschäftigte und schlecht qualifizierte Arbeitnehmer müssten um ihre Jobs bangen, hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Studie. "Frauen, Mini-Jobs und Ostdeutschland wären am stärksten betroffen", sagte DIW-Experte Viktor Steiner. Die Berliner Forscher sind damit nicht ganz so pessimistisch wie das Münchner Ifo-Institut und das Essener RWI, die mehr als eine Million Arbeitsplätze gefährdet sehen.
Die von Gewerkschaften und SPD geforderte Untergrenze von 7,50 Euro würde die Löhne von acht Prozent der Beschäftigten in den alten Bundesländern zum Teil spürbar anheben. Im Osten wären sogar 17 Prozent betroffen. "Ein derart überproportionaler Lohnanstieg würde die Nachfrage nach geringfügig Beschäftigten stark verringern und so direkt Arbeitsplätze kosten", hieß es in der Studie. Selbst wenn es den Unternehmen gelänge, die höheren Arbeitskosten auf die Preise umzulegen, sieht das DIW Jobs gefährdet. Mit den höheren Preisen sinke auch die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen. Dann würde der Arbeitsmarkt für Vollzeitbeschäftigte mit mittlerer Qualifikation in Mitleidenschaft gezogen.
Das DIW ist ebenfalls gegen eine Ausweitung der Mindestlöhne auf weitere Branchen, wie sie der jüngste Koalitionskompromiss vorsieht. "Auch branchenspezifische Mindestlöhne werden mit Arbeitsplatzverlusten erkauft," sagte Steiner. "Die Arbeitsmarktchancen der gering Qualifizierten verbessert man nicht dadurch, indem man die Kosten ihrer Beschäftigung erhöht."

