Verheerende Meeresschutz-Bilanz der deutschen EU-Ratspräsidentschaft
Archivmeldung vom 02.07.2007
Die Verantwortung dafür trägt nicht zuletzt die Bundesregierung, die während der EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel beim Meeresschutz kläglich versagt hat.
Beispiel Fischerei:
Die Kabeljaubestände in Nord- und Ostsee sind nahezu leer gefischt, der Rote Thunfisch im Mittelmeer droht auszusterben. Doch angemessen niedrige Fangquoten für Kabeljau, Ostseedorsch, Roten Tunfisch und Aal sind nicht in Sicht. Eine nachhaltige Gemeinsame Europäische Fischereipolitik sieht anders aus: www.delphinschutz.org/wissen/fischerei/index.htm
Beispiel Fischereilobby:
Mit der Zulassung so genannter Schwebenetze im Mittelmeer hat die EU eine bislang illegale Praxis (Einsatz von Treibnetzen) mit Beginn des Jahres 2007 durch simple Umbenennung des Fischereigeräts legalisiert, statt durch verschärfte Kontrollen der illegalen Raubfischerei Einhalt zu gebieten: www.delphinschutz.org/wissen/fischerei/eu-schwebenetze.htm
Beispiel Erdgassuche in EU-Meeresschutzgebieten:
Völlig tatenlos blieb die Bundesregierung angesichts der von der Firma Wintershall AG im Auftrag der BASF im von Deutschland bei der EU angemeldeten Schweinswalschutzgebiet "Doggerbank" durchgeführten Suche nach Ergas mit so genannten Druckluftpulsern. Durch die Schallemissionen der eingesetzten Druckluftpulser können bis zu 20.000 Schweinswale schwer geschädigt und aus ihren Lebensräumen vertrieben werden:
Beispiel Schutzabkommen für Kleinwale:
Zwar viel die Demontage des ASCOBANS-Schutzabkommens für Kleinwale in Nord- und Ostsee nicht in die Zeit der EU-Ratspräsidentschaft, sie zeigt aber beispielhaft den kläglichen Stellenwert den die Bundesregierung dem Meeres- und Meeressäugerschutz tatsächlich einräumt: www.saveascobans.org/ascobans-de.htm
Dabei hatte Ratspräsidentin Angela Merkel anlässlich einer Meerespolitik-Konferenz in Bremen noch gefordert, das Meer für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Die EU Kommission hat für Oktober einen Aktionsplan zur Europäischen Meerespolitik angekündigt.
Quelle: Pressemitteilung Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
