Mythen der Zahngesundheit
Zuviel Druck schädigt Zahn und Zahnfleisch
Erstaunlicherweise putzen viele Menschen ihre Zähne noch von links nach
rechts. Wer zu sehr schrubbt, der scheuert nach und nach den
schützenden Zahnschmelz herunter. Experten empfehlen daher, nur mit
leichtem Druck zu putzen. Zudem kann allzu festes Bürsten einen
Zahnfleischrückgang an einzelnen Zähnen (Rezession) verursachen und die
Zahnhälse frei legen, die dann sehr empfindlich reagieren. Außerdem ist
für gesundes Zahnfleisch die Härte der Borsten zweitrangig, da der
Zahnschmelz so hart ist, dass ihm die Borsten nichts anhaben können.
Mundwasser schützt nicht zuverlässig vor Karies
Antibakterielle und fluorhaltige Mundwasser sind eine gute Ergänzung
zur täglichen Zahnpflege. Leider lassen sich Plaque-Beläge jedoch nicht
einfach wegschwemmen. Wo die Zahnbürste nicht hinkommt, müssen Sie also
zu Zahnseide und feinen Interdentalbürstchen greifen.
Kaugummi ersetzt nicht das Zähneputzen
Ein Ersatz für eine gründliche Reinigung ist Kaugummi nicht. Allerdings regt eifriges Kauen die Speichelproduktion an. Nach einer Mahlzeit pendelt sich das Säuremilieu im Mund so schneller wieder auf dem optimalen Level ein, Kariesbakterien haben weniger Chancen.
Tee schädigt die Zähne
Ganz im Gegenteil: Schwarzer Tee kann zwar zu unschönen Verfärbungen führen, in dem aromatischen Getränk stecken aber äußerst zahnfreundliche Stoffe. Dazu gehören neben Fluor auch die so genannten Tannine. Diese Bitterstoffe hemmen das Enzym Amylase, das im Speichel vorhanden ist und Stärke zu kariesförderndem Zucker umwandelt.
Ein Apfel nach dem Essen ersetzt die Zahnbürste
Das wäre schön einfach, doch zur Zahnpflege ist er völlig ungeeignet. Zwar entfernt er oberflächliche Beläge, doch kritische Stellen, wie beispielsweise in den Zahnzwischenräumen, erreicht er nicht. Obendrein greifen seine Säuren den Schmelz an, sein Zucker liefert den Kariesbakterien Nahrung.
