Neues Modul beschleunigt Glasfaserinternet 100-fach
Im Prinzip soll es sich um nichts weiter, als ein Stück zerkratztes Glas handeln, erklärte Ben Eggleton von der Universität Sydney gegenüber der Zeitung Sydney Morning Herald. Die Kosten einer kommerziellen Produktion sollen daher besonders niedrig ausfallen. Ihm zufolge könnte die Kommerzialisierung innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen sein, so dass die Komponente beim Aufbau neuer, noch schnellerer Glasfasernetze in Ländern wie Japan Verwendung finden kann. Dann wäre ein fast ungebremster Zugriff auf das Internet per Glasfaser möglich, so Eggleton weiter.
Die am Centre for Ultrahigh Bandwidth Devices for Optical Systems (CUDOS) an der Universität Sydney entwickelte integrierte photonische Schaltung soll den Flaschenhals beseitigen, der den Datenfluss bremst, wenn Daten aus Glasfasernetzen mit herkömmlichen elektronischen Komponenten verarbeitet werden müssen.
"Derzeit verwendet man elektronische Bauelemente für den Frequenzwechsel und das ist in Ordnung, zukünftig steigt der Bedarf nach Kapazität aber stark an", so der Professor weiter. Seine neue Methode soll es ermöglichen, die Nachfrage zu befriedigen, ohne dass massiv in neue Verbindungen investiert werden muss.
Schlüssel für die Beschleunigung ist eine schnellere Modulierung der parallelen Datenströme in der Glasfaser. "Die Frequenzen wechseln dabei im Pikosekunden-Takt", sagte Eggleton, der vor vier Jahren mit der Entwicklung der Technologie begann. Pro Sekunde würden so eine Million Schaltungen getätigt. Bei ersten Tests sei es den Angaben zufolge gelungen, Verbindungen herzustellen, die 60 Mal schneller waren als der Backbone des australischen Telekommunikationskonzerns Telstra. Die Transferrate lag bei 640 Gigabit pro Sekunde. Mit einer Fortführung der Entwicklung will man sogar eine 100-fache Steigerung erreichen.


