Frau Wulff lässt schreiben … und klagen
Archivmeldung vom 14.09.2012
Ihre Erwartungen und die ihres Verlages haben sich erfüllt: Sie ist damit kurzfristig zu einer Nachricht geworden. Nun ist sie innerhalb einer Woche auf zwei Titelbildern von großen Illustrierten zu sehen: einmal in weißer Bluse vor weißem Hintergrund, einmal in schwarzer Bluse vor schwarzem Hintergrund; beide Male zeigt sie die gleiche Pose, den gleichen Ausdruck. Damit könnte schon alles gesagt sein. Und eigentlich ist das bereits viel zu viel Aufhebens um das, was hier geboten wird.
Nun äußert sich zumindest der Verlag, der das Buch herausgegeben hat, erstaunt bis erschüttert angesichts der vielen und teilweise sehr scharfen negativen Reaktionen im Internet bezüglich dieser Veröffentlichung.
In der Tat, das hat Frau Wulff nicht verdient. Mag sein, die Menschen, die ihren Unmut äußern, sind einfach Opfer ihrer eigenen Erwartungen geworden, der Erwartungen, die durch die Ehefrauen früherer Bundespräsidenten geweckt wurden, die in gleicher Weise ohne Bezahlung die Amtsführung ihrer Ehemänner unterstützten, dies aber nicht als Grund zur Beschwerde ansahen, sondern als eine Chance, sich aktiv für Menschen in unserem Land einzusetzen. Und die es als eine Ehre empfanden, dieses Land repräsentieren zu dürfen.
Frau Wulff hat die Schelte nicht verdient, denn sie kann ja nichts dafür, dass sie eben anders ist und solchen Erwartungen nicht entsprechen konnte oder wollte. Genau betrachtet, repräsentiert sie mit ihrer Sichtweise durchaus auch einen guten Teil der Bevölkerung, nämlich den der egozentrischen, narzisstischen Konsumenten mit dem Kampfruf „ICH habe das Recht …!“ - Eine einfache Frau aus dem Volke also. Das ist die schlichte Wahrheit.
Kommentar von Herbert Jost-Hof