Rheinische Post: Nato denkt um
Archivmeldung vom 31.07.2007
Dahinter steht eine handfeste Meinungsverschiedenheit in der Militärführung zwischen Amerikanern und Europäern. Erstere sehen mit Vorrang die erfolgreiche Bekämpfung der Terroristen als ihre Aufgabe an. Letztere befürchten, dass sich bei zu rigorosem Vorgehen die Stimmung der Bevölkerung gegen die Isaf-Schutztruppe wendet. Nicht zufällig verschanzen sich die Taliban bevorzugt in Dörfern.
Ob Jaap de Hoop Scheffer mit seiner überfälligen Anweisung Gehör findet, ist hoffentlich nicht von der Frage der Lastenteilung in Afghanistan abhängig. Denn wer stellt den Großteil der Kampfflugzeuge? Wer die meisten Truppen? Wer kümmert sich mit Nachdruck um den Aufbau von afghanischer Polizei und Armee? Die Amerikaner. Deshalb ist es erfreulich, dass sich auch unter US-Offizieren zunehmend die Erkenntnis durchsetzt, dass die bisherige Taktik mehr neue Feinde schafft als alte bekämpft.
Quelle: Pressemitteilung Rheinische Post