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US-Denkfabrik fordert die Herbeiführung eines Krieges mit dem Iran durch verdeckte Methoden

Archivmeldung vom 26.09.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.09.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt. Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Mahmud Ahmadinedschad (2012)
Mahmud Ahmadinedschad (2012)
Foto: Sinaf7798n
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.
In einer Diskussion des Washington Institute for Near East Policy forderte Patrick Clawson, dass ein Krieg mit dem Iran mit allen Mitteln provoziert werden sollte, wenn der Iran keine Kompromisse eingeht. Der einzig akzeptable Kompromiss wäre vermutlich eine bedingungslose Kapitulation des Irans vor den Mächten, die hinter den westlichen Nationen stehen.

Denn objektiv gesehen war der Iran bisher durchweg kompromissbereit bei der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, welche aber mehr und mehr zu einem Handlanger der anti-iranischen Kriegstreiber geworden ist, wie auch Christoph Hörstel in einem offenen Brief an die Bundesregierung erklärte.

Patrick Clawson ist Forschungsdirektor des Washington Institute und Chef der dortigen "Iran-Sicherheitsinitiative". Er arbeitete davor unter anderem an der Nationalen Verteidigungsuniversität, bei der Weltbank und beim Internationalen Währungsfond. Seine Meinungen und Vorschläge für das weitere Vorgehen in Bezug auf den Iran sind also durchaus bedeutsam. Er zitiert viele historische Ereignisse, die jeweils einem Kriegseintritt der USA vorausgingen und beschreibt diese Ereignisse als Vorlage für die aktuelle Situation.

Er beginnt mit dem Angriff auf Pearl Harbor, welcher bewusst provoziert und zugelassen wurde; ensprechende Indizien sind heute im Übermaß verfügbar. Ähnliches gilt für die Versenkung der Lusitania während des Ersten Weltkrieges, die Clawson als nächstes zitiert und er ist sich nicht einmal zu Schade, den Zwischenfall im Golf von Tongking heranzuziehen, obwohl der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert McNamara längst zugegeben hat, dass dieser Zwischenfall komplett frei erfunden war.

Während jetzt in den USA offen die Nutzung von unlauteren Mitteln zum Entfachen eines Krieges gefordert wird, werden Aussagen von Irans Präsident Ahmadinedschad auf der anderen Seite wieder einmal verdreht und aus dem Kontext gerissen, um den Iran zu dämonisieren, wie es bereits früher passierte, als das immer noch oft wiederholte falsche Zitat darüber, dass Israel von der Landkarte getilgt werden solle, in die Welt gesetzt wurde. So erschien kürzlich die Schlagzeile "In New York sagt der trotzige Ahmadinedschad, dass Israel eliminiert werden wird" bei Reuters.

Ahmadinedschad bemühte sich in New York, das Missverständnis bezüglich des Zitates zu klären, wonach er von der Tilgung Israels von der Landkarte gesprochen haben soll:

"Wenn wir sagen 'getilgt', meinen wir damit, dass die Besatzung beendet werden soll, dass das Streben nach Krieg beendet werden soll, dass die Ermordung von Frauen und Kindern beendet werden soll und dass wir vorschlagen, dass die Palästinenser ein Selbstbestimmungsrecht haben."

Was Ahmadinedschad hier und an anderer Stelle sagt, ist, dass er es nicht nachvollziehen kann, dass den Palästinensern nach dem Zweiten Weltkrieg Teile ihres Staatsgebiets genommen wurden und dass er daher die israelische Regierung als eine illegitime Besatzungsmacht ansieht, wobei er aber auch wiederholt deutlich machte, dass der Iran sich nicht aktiv in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen will. Etwaige Maßnahmen sollten seiner Meinung nach von der UN verabschiedet werden. Er formulierte diesbezüglich auf der UN-Hauptversammlung eine Reihe von allgemeinen Vorschlägen.

Es wäre keine Überraschung, wenn sich zeigen wird, dass auch das angebliche Zitat von der "Eliminierung Israels" eine Fehlinterpretation ist. Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen. Zum einen hat Ahmadinedschad wiederholt deutlich gemacht, dass für ihn ein Unterschied zwischen dem israelischen Volk und seiner Regierung besteht und dass es die Regierung ist, die er meinte, als er sagte, dass sie bald Geschichte sein wird. Auch im israelischen Volk wird die eigene Regierung zunehmend unbeliebter, wie die seit letztem Jahr andauernden Proteste eindrucksvoll belegen.

Außerdem hat Ahmadinedschad bei seinem USA-Besuch und auch bereits zuvor deutlich zu verstehen gegeben, dass der Iran nicht daran interessiert ist eine Atombombe zu entwickeln. Darüber hinaus sagte er, dass es dumm wäre, anzunehmen, dass der Iran einen Atombombenangriff auf Israel durchführen würde, wenn die USA, die mit Israel verbündet sind, über mehr als 5000 Atombomben verfügen, mit denen sie zum Gegenschlag ausholen könnten.

Anstatt auf viele positive Aspekte aus Ahmadinedschads Äußerungen während seiner USA-Reise hinzuweisen, wird in den Mainstream-Medien jetzt die "Eliminierung Israels" ständig wiederholt, wobei zu diesem Zitat sowohl eine schriftliche Quelle des entsprechenden Interviews als auch ein dazugehöriger Videoclip praktisch unauffindbar sind. Im Clip von Reuters wird der Schlüsselsatz mit der Eliminierung erst am Ende des Beitrags von der Sprecherin nachgeschoben, wobei weder der Kontext, noch das komplette Zitat, noch der Wortlaut in Farsi gegeben werden.

Abschließend folgt hier eines der vielen positiven Zitate Ahmadinedschads aus einem Interview mit Piers Morgan, das während seiner USA-Reise aufgenommen wurde: 

Die Praktik unilateraler Drangsalierungen kommt zu einem Ende. Wir müssen uns alle auf einen Weg der Freundschaft begeben, wir müssen Menschlichkeit, menschliche Werte und Logik hochhalten.

Quelle: Text von Christian Stolle- www.we-are-change.de/

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