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Rheinische Post: Sonntags-Arbeit

von Thorsten Schmittveröffentlicht 21.07.2008 06:15
Zu Reformen haben viele Deutsche ein gespaltenes Verhältnis. Theoretisch finden sie diese meist gut. Geht es aber an das eigene Portemonnaie, soll alles bleiben, wie es ist. Das gilt vor allem für das Thema Subventionsabbau, wie die Proteste von Bauern, Kohlekumpeln und Pendlern zeigen, wenn ihre Vergünstigung fällt.

Dabei sorgen Subventionen nur für Verzerrungen und Ungerechtigkeiten und belasten, sofern sie über Schulden finanziert werden, die künftigen Generationen. Warum muss der Angestellte den Zuschlag, den er für seine Sonntagsarbeit erhält, nicht versteuern, während der Selbstständige alle Einkünfte versteuern muss, egal wann er sie erarbeitet hat? Schließlich ist Sonntagsarbeit für das Familienleben des Selbstständigen genauso schlecht wie für das des Angestellten. Ordnungspolitisch sauber wäre es, solche Vergünstigungen zu streichen. So sehen es auch die Klardenker in beiden Volksparteien, Roland Koch und Peer Steinbrück. Doch weil es hier um Hilfen für den "kleinen Mann" geht, tun sich die populistischen Gemüter schwer. Dabei hätte der "kleine Mann" etwas von einer Radikalreform, wenn im Gegenzug die Steuersätze sinken würden. Auch das wäre eine lohnende Aufgabe für die große Koalition.

Quelle: Rheinische Post


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