WAZ: Der Mut des Verzweifelten
Es ist zu hoffen, dass Wennemer damit einem Tabu-Thema zum Durchbruch verhilft. Denn immer wieder hört man - hinter vorgehaltener Hand - von Gepflogenheiten der Geld- und Investmenthäuser, die mit seriösem Geschäftsgebaren soviel zu tun haben wie die Börse mit der Caritas. Da sind etwa Investmentbanken, die sich zum Geschäft gemacht haben, ungefragt einem angreifbaren Unternehmen eine Abwehrstrategie zu verkaufen - freilich mit dem Hinweis verbunden, dass eine solche Strategie ganz gewiss auch bei potenziellen Angreifern auf Interesse stoßen würde. Gegen solche Raubzüge durch die Unternehmenslandschaft helfen keine Gesetze. Da hilft nur Öffentlichkeit. Wenn auch die Kritik von Wennemer an den Banken einer der letzten Verteidigungsversuche gewesen sein sollte - mutig war sie allemal.
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (von Thomas Wels)

